Das Tiergespräch Schlangenplage auf Guam
Ein Gespräch mit dem Tierexperten Mario Ludwig
-
- Guams Plage: die braune Nachtbaumnatter. (Onionhound | Wikimedia | gemeinfrei)
Die braune Nachtbaumnatter, zufällig eingeschleppt, ist auf Guam im Westpazifik zu einer echten Plage geworden. Sie ist für Artensterben und Stromausfälle verantwortlich.
Wer auf der Pazifikinsel Guam eine Schlange überfährt, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben - ganz im Gegenteil: Er darf sich sogar als Naturschützer fühlen, denn auf dem tropischen Eiland im Westpazifik sind im wahrsten Sinne des Wortes die Schlangen los.
Das Leben auf Guam droht an einer Schlangenplage zu ersticken
Experten gehen davon aus, dass auf der beschaulichen Insel insgesamt fünf bis sechs Millionen Exemplare der Braunen Nachtbaumnatter leben. Bei einer Inselfläche von gerade mal 549 Quadratkilometern sind das, nach Adam Riese, rund 10.000 Exemplare pro Quadratkilometer. Das ist Weltrekord - nirgendwo sonst gibt es eine derart hohe Schlangendichte.
Sichtbare Spuren
Die zu den Trugnattern zählenden Schlangen haben auf Guam ihre Spuren hinterlassen: Zwölf Waldvogelarten und sechs Echsenarten haben sie ausgerottet, hunderte von Hühnerställen geplündert und sogar Kleinkinder angegriffen. Und als ob das nicht genug wäre, gehen auf das Konto der gefräßigen Schlangen noch weitere - durchaus kostspielige - Untaten: Sie sorgen nämlich dafür, dass auf Guam rund 200 Mal im Jahr die Lichter ausgehen. Bis heute hat Guams Bevölkerung noch kein Mittel gefunden, der Plage erfolgreich auf den geschuppten Leib zu rücken.