Das Tiergespräch Seegurke mit scharfem Hintern
Tierexperte Mario Ludwig über ein Wesen, das mit seinem Allerwertesten kämpft
Seegurken sollten nicht auf ihr gewöhnungsbedürftiges Äußeres reduziert werden. Sie verfügen über ein cleveres Verteidigungssystem, das Nasa und US-Army mit großem Interesse erforschen.
Sie gehören nicht gerade zu den Schönsten im Tierreich. Mit ihrer rollenartigen, oft gekrümmten und bewarzten Erscheinung machen
Seegurken ihrem Namen alle Ehre. Doch die Meeresbewohner, die auch als Seewalzen bezeichnet werden, verfügen über ein ausgeklügeltes doppelstufiges Verteidigungssystem, an deren Entschlüsselung die US-Army und auch die Nasa großes Interesse zeigen. Werden die Tiere bedroht, scheiden sie durch den After lange, dünne klebrige Fäden aus, die den Gegner fesseln sollen.
Gurke mit Superhaut
Darüber hinaus verfügen Seegurken über eine Art Superhaut, die sie in Sekundenschnelle von weich in bretthart verwandeln können. Forscher der Ohio Universität haben nun einen Kunststoff entwickelt, der das Hautgewebe der Meerestiere nachahmt.
Zähne am Hintern
Als wäre das alles noch nicht genug, kann Holothuroidea, so die zoologische Bezeichnung der Seegurke, auch noch beißen. Zwar nicht mit ihrem Mund, dafür aber mit dem Hintern: Zumindest einige Arten der Seegurken verfügen über Anal-Zähne, die die Tiere vor Parasiten schützen sollen.