Freitag, 24. Mai 2013

Natur /

Das Tiergespräch Sex mit 8000 Stacheln  

Mario Ludwig über Fortpflanzung unter erschwerten Bedingungen

Ein Igel auf einer grünen Wiese
Igel haben Stacheln an Kopf und Rücken. (WillBurton2/ Flickr/ cc by-nc/2.0/deed.de)

Über das Liebesleben der Igel gibt es viele Witze. Tatsächlich musste sich die Natur einiges einfallen lassen, um den Fortbestand der Igel zu sichern. Dass sich Igel in Missionarsstellung paaren ist allerdings ein Gerücht.

Wegen der kompletten Bedeckung des Igelrückens mit harten spitzen Stacheln, musste sich die Anatomie der Igel etwas verändern, damit eine Paarung problemlos möglich ist. Die Geschlechtsöffnung der Weibchen liegt ganz am Ende des Körpers. Das Weibchen hebt diese Region für die Paarung etwas an. Der Igelpenis dagegen sitzt wesentlich weiter vorn als bei anderen Säugetieren, ungefähr in der Mitte des Bauches. Legt das Weibchen seine Stacheln flach an den Körper, ist eine Besteigung durch das Igelmännchen möglich.

Babys mit weichen Stacheln

Die kleinen Igelbabys kommen dann mit rund einhundert relativ weichen Stacheln zur Welt. Im Laufe der Jugend werden die Stachen immer mehr. Verlassen die kleinen Igel ihre Mutter, sind es immerhin schon 3500 - ein ausgewachsener Igel hat ungefähr 8000 Stacheln auf seinem Rücken.



Mehr bei DRadio Wissen:

Winterschlaf: Taufrisch nach drei Monaten
Ein Gespräch mit dem Tierphysiologen Gerhard Heldmaier
(Natur vom 03.02.2012)

Flirten: Anbaggern im Tierreich
Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten und Biologen Mario Ludwig
(Spielraum vom 25.03.2011)

Mehr zum Thema:

Igel-Paarung / oschu1000 / youtube.com

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