Das Tiergespräch Väter für die Westentasche
DRadio-Wissen-Biologe Mario Ludwig über Miniaturmännchen
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- Ein Männchen würde sich bei passender Gelegenheit an diesem Anglerfisch-Weibchen festbeißen und mit der Zeit als lebender Samenspender mit ihm verwachsen. (Spider.Dog | Flickr | CC BY 2.0)
Im Tierreich unterscheiden sich Männchen und Weibchen derselben Art oft erheblich in ihrem Aussehen. Sexualdimorphismus heißt dieses Phänomen. Meist sind die Männchen größer, schwerer und bunter als die Weibchen. Doch es gibt auch Arten, bei denen die Männer die Zwerge sind.
Der männliche Tiefsee-Anglerfisch ist ein Winzling: Während das Weibchen auf 40 Zentimeter kommt, ist er bescheidene zwei Zentimeter groß. Dafür ist er ausgesprochen anhänglich: "Hat das Männchen ein Weibchen gefunden, beißt es sich an diesem fest", erklärt DRadio-Wissen-Biologe Mario Ludwig. Mit der Zeit verwachse das ungleiche Paar vollständig miteinander.
Ist das ein Mann oder ein Floh?
Noch extremer sind die Unterschiede der Geschlechter beim Grünen Igelwurm, der ein wenig an eine eingelegte Gurke erinnert. Sie ist zwei Meter groß, ihr mickriger Gatte lediglich zwei Millimeter. Von Wissenschaftlern wurde er lange Zeit nicht als Männchen, sondern als artfremder Parasit eingeschätzt. "Etwa vergleichbar mit den Flöhen eines Hundes", sagt Ludwig.
Verschluckte Männchen
Die Fortpflanzung beim Grünen Igelwurm ist gleichermaßen faszinierend wie bizarr: "Zunächst einmal verschluckt das Weibchen mehrere Miniherren, die sich daraufhin erst einmal im Darm aufhalten", erklärt Ludwig. Ab und an bohre sich dann ein Männchen durch die Darmwand Richtung Uterus, um dort die Eier zu befruchten.