Donnerstag, 20. Juni 2013

Natur /

Das Tiergespräch Warum Männchen fremd gehen  

Mario Ludwig über den Coolidge-Effekt

Ein Tiger deckt eine Löwin.
Dieser Tiger scheint genug von den Damen seiner Art zu haben, er hat sich mal eine Löwin angelacht. (picture-alliance/ dpa/dpaweb | Imaginechina Zhang xiaofeng)

Wissenschaftler vermuten hinter der Untreue von männlichen Tieren vor allem biochemische Gründe. Das Phänomen hat sogar einen Namen: Coolidge-Effekt.

Als "Coolidge-Effekt" bezeichnen Wissenschaftler den wachsenden Widerwillen eines Männchens immer wieder mit demselben Weibchen, Sex zu haben. Umso länger sich das Männchen mit demselben Weibchen paaren muss, umso mehr lässt seine Libido nach. Tritt jedoch ein neues, unbekanntes Weibchen auf den Plan, ist die sexuelle Lust wieder so stark wie am Anfang.

Zu wenig Dopamin im Lustzentrum

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Lustzentrum des Gehirns, die entscheidende Rolle bei der Entwicklung der männlichen Libido spielt. Die Nervenzellen im Lustzentrum schütten nämlich beim verliebten oder sexuell erregten Menschen große Mengen Dopamin aus. Dopamin steigert das Wohlbefinden und macht darüber hinaus euphorisch.

Neuer Sex-Appeal - neue Lust

Bei Ratten, denen man eine Rattendame in den Käfig setzte, steigerte sich der Dopaminpegel des paarungsbereiten Männchen um satte 90 Prozent. Mit der Zeit erlahmte dann jedoch, bedingt durch den Coolidge-Effekt, die Begeisterung der Rattenmänner für ihre Partnerinnen und parallel dazu fiel auch der Dopaminspiegel der Männchen nach und nach wieder auf seinen Ausgangswert zurück.



Mehr bei DRadio Wissen:

Monogamie-Polygamie: Treue im Tierreich
Ein Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten Mario Ludwig
(Natur vom 29.11.2011)

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