Sonntag, 26. Mai 2013

Hörsaal /

Demokratieforschung Vertrauen als politische Kategorie  

Schild für die Gepäckaufgabe am Flughafen.
Gespäckaufgabe am Flughafen - die Angst reist mit. (flickr.com/ Timothy Valentine/cc/ by-nc-sa)

Ein Vortrag von Hartmut Jäckel.

Nagelscheren, Flüssigkeiten und Deo im Handgepäck: Seit den Anschlägen von 2001 in den USA müssen wir uns bekanntlich den restriktiven Sicherheitskontrollen an den Flughäfen unterziehen – ob wir wollen oder nicht. Die sogenannten Körperscanner sind die neueste Erfindung, um die Sicherheit im Luftverkehr nahezu perfekt aussehen zu lassen. Immer wieder fordern deutsche und internationale Politiker Verständnis beim Bürger ein, für all diese Schritte. Bekannt geworden ist auch der Terminus von den "vertrauensbildenden Maßnahmen".

Doch was ist Vertrauen nach den Erfahrungen der vergangenen Tag überhaupt noch wert?  Offen wie ein Scheunentor steht für Bombenattentäter der gesamte Bereich der Luftfracht zur Verfügung. Noch erschreckender die Erkenntnis für den gutgläubigen Bürger, dass etwa die Hälfte der Luftfracht in Passagierflugzeugen transportiert wird.

Vertrauen als politische Kategorie

Keine Routinekontrolle, nur der glücklich erlangte Hinweis des saudi-arabischen Geheimdienstes hat dazu geführt, dass zwei Paketbomben spät, aber noch rechtzeitig entdeckt werden konnten. Jetzt ist guter Rat teuer. Wie Vertrauen zurückgewinnen, dass jetzt - mal wieder und in so großem Umfang - verlorengegangen ist. In unserer Hörsaal-Woche befassen wir uns deshalb mit dem Begriff des Vertrauens aus politischer, religiöser und philosophischer Sicht. Den Auftakt macht heute Professor Hartmut Jäckel mit seinem Essay über das Vertrauen als politische Kategorie.

Hartmut Jäckel ist 1930 in Wesermünde geboren. Sein Abitur machte er 1950. Danach studierte er Rechtswissenschaften und schloss diesen Studiengang 1955 mit dem ersten juristischen Staatsexamen ab. Er arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Assistent im badischen Freiburg. Sein Studium setzte er an der "Law School" der Yale University fort und erhielt den Titel "Master of Laws". 1959 wechselte er ans "Institut de Droit comparé" nach Paris. Die Promotion folgte 1963 wieder in Freiburg. Ab 1963 lehrte er auch am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin (FU). Dort habilitierte er im Jahr 1969. Von 1974 bis 1977 war er Erster Vizepräsident der FU.

Politische und rechtliche Fragestellungen in der Demokratie

Hartmut Jäckel, Bruder des Historikers Eberhard Jäckel, ist seit dem Jahr 2004 emeritiert. Er befasste sich vor allem mit politischen und rechtlichen Fragestellungen in der Demokratie, mit politischen Parteien sowie der Deutschen Einheit.

Zwischen 1977 und 1981 war er Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung im Berliner Senat. Sein Vortrag über das Vertrauen in die und der Politik stammt aus dem Jahr 1983.

 

Weitere Hörsaal-Beiträge aus dieser Reihe bei DRadio Wissen:

Der Nabel der Welt (Hörsaal vom 03.11.2010)

Theologie - Blindes Gottvertrauen (Hörsaal vom 02.11.2010)

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