Der Baum Patient am Straßenrand
Der Baum in der Stadt ist ständig in Gefahr. Wie kann man ihm helfen, ihn schützen, sein Leben verlängern?
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- Bäume sind Lebensqualität, gerade in Städten. Doch Autos, Bauarbeiten und Menschen machen den Stadtbäumen zu schaffen. (dpa/ picture alliance/ David Ebener)
Manchmal ist er ganz allein, manchmal steht er mit ein paar Leidensgenossen zusammen. Die Füße werden ihm von Asphalt und Beton zusammengedrückt und die Luft um ihn herum ist auch nicht wirklich sauber. Darum kränkelt er schnell - der Baum in der Stadt.
Bäume sind sehr wichtig für unsere Lebensqualität. Sie sorgen für Sauerstoff, regulieren die Temperatur und bieten Tieren Lebensraum - auch unerwünschten Exemplaren wie schädlichen Käfern. Weil die Auswahl an Bäumen in den Städten nicht so groß ist, treiben die Schädlinge unter seiner Rinde und auf den Blättern ihr Unwesen bis sie dem Baum den letzten Rest Lebenssaft geraubt haben. Dann sieht er verkrüppelt aus, und die Blätter stellen ihr Wachstum ein.
Gestresste Stadtbäume brauchen besondere Pflege
Es gibt noch mehr Stressfaktoren für die Bäume im urbanen Dschungel: Verkehr, Streusalz im Winter, unterirdische Leitungen und Schädigungen durch Autos. Deshalb braucht der Stadtbaum besondere Pflege: Spezialisten klettern in die Wipfel, um den Bäumen die nötige Wellnesskur zu verpassen.
Aber manchmal kann auch das einen kranken oder verletzten Baum nicht retten. So wie in der Stadt Bonn: Mehrere Ahornbäume waren befallen von dem gefährlichen Asiatischen Laubholzbockkäfer. Um seine Ausbreitung zu verhindern, wurden im Umkreis von 100 Metern alle Ahornbäume abgeholzt, obwohl sie gesund waren.
Baumpflege - ein Kletterselbstversuch (ahornzeit | Youtube)
Die Baumdoktoren
Anita Horn auf Diagnosetour in den Wipfeln eines Kölner Ahornbaums
Professionelle Pfleger schützen und erkennen kranke Bäume. (Anita Horn)Bäume in der Stadt müssen viel aushalten: versiegelte Böden, Verkehr, Streusalz im Winter, Schadstoffe in der Luft, Parasiten. Deshalb werden Straßenbäume regelmäßig durchgecheckt. Anita Horn hat zwei Baumpfleger in Köln begleitet, die kranke Bäume verarzten, sich auch bis zum Wipfel vorarbeiten - und sie nur in seltenen Fällen umsägen.
Der Luxusbaum: Ahorn
Annegret Faber war im Wald und stellt uns den Ahorn vor - wie er aussieht und wofür wir ihn brauchen
Das Ahornholz gilt als besonders wertvoll. (Crusier | Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0)Das Holz des Ahorns gehört zu den Edellaubhölzern. Aber der Ahorn ist eine Mimose und wird schnell krank. Manche Bäume haben viele kleine Punkte in der Holzstruktur - Vogelaugenahorn genannt. Auslöser ist vermutlich ein Pilz. Der Tischler nutzt diesen kleinen Fehler und stellt damit Furnierhölzer her, die ein leopardenähnliches Muster haben. Dieses Holz kostet zum Teil 50 mal so viel wie einfaches Holz.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 28.11.2011.
Sägen, fällen und weg - Der Wald unter Druck
Kathy Ziegler erklärt uns, warum das Energieholz knapp wird, wo sich Ersatz beschaffen lässt und wie eine nachhaltige Forstwirtschaft aussieht
Naturschützer kritisieren den Einsatz von großen Forstmaschinen. (Asea! | flickr | cc by-nc-sa 2.0)Naturschützer und Förster streiten sich über die korrekte Forstwirtschaft. Den Naturschützern ist die naturnahe Waldwirtschaft mit Vollerntemaschinen nicht schonend genug. Die Förster müssen aber effizient Holz ernten, denn der Bedarf an Holz als nachhaltigem Energierohstoff steigt. Die Waldstrategie 2020 des Bundeslandwirtschaftsministeriums erlaubt den Einsatz von großen Maschinen.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 06.01.2012.
Der Feind in meinem Holz
Käferforscher Thorsten Aßmann erklärt, warum der Asiatische Laubholzbockkäfer so gefährlich ist
Laubholzbockkäfer sind auch für gesunde Bäume gefährlich. (dpa | J.v.Leuven)Weil der Asiatische Laubholzbockkäfer einige Ahornbäume in der Stadt Bonn befallen hat, wurden im Umkreis von 100 Metern um die kranken Bäume auch alle gesunden Ahornbäume gefällt. Der Schädling soll sich auf gar keinen Fall ausbreiten. "Die Abwehrkraft von Bäumen ist geschwächt", sagt der Biologe Thorsten Aßmann. Deshalb hätten Schädlinge ein leichtes Spiel.
Stehen lassen!
Naturschützer Magnus Wessel vom BUND über Baumschutz in Städten und was man gegen forsche Abholzaktionen tun kann
Baumfällaktionen sorgen regelmäßig für Proteste in der Bevölkerung. (d3us | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)In vielen Städten sind Bäume durch Baumschutzsatzungen geschützt: Die besagen, dass Bäume nur unter ganz bestimmten Umständen gefällt werden dürfen. Denn Bäume in der Stadt spenden Schatten, verbessern die Luft und dienen Tieren als Rückzugsort. Trotzdem scheint es zuweilen, dass Bäume einfach umgehauen werden, auch wenn sie nicht krank sind - weil sie im Weg stehen oder mit ihren Wurzeln den Geh- und Radweg aufwerfen.