Mittwoch, 22. Mai 2013

Hörsaal /

Deutsche Zeitgeschichte Generationen und Gedächtnis  

Das Reichstagsgebäude in Berlin im Jahr 1951
Das Reichstagsgebäude in Berlin im Jahr 1951 (AP Archiv)

Deutsche Zeitgeschichte nach 1945 - Vorträge von Mark Roseman, Georgi Verbeeck und Dorothee Wierling.

In der vergangenen Woche haben wir damit begonnen, Vorträge aus dem genannten Themenkreis zu senden. Gehalten wurden sie am 24. November 2010 im Auswärtigen Amt in Berlin. Das Amt und die Stiftung "Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland" hatten zu einer internationalen Tagung mit Historikern geladen. Sie alle befassten sich aus unterschiedlichen Perspektiven und Ländern mit der deutschen Zeitgeschichte.

Den Anfang macht diesmal ein britischer Geschichtsforscher, und zwar Mark Roseman aus Bloomington. Studiert hat er in Großbritannien und wurde dort mit einer Arbeit über das Ruhrgebiet der Nachkriegsära promoviert. Roseman ist Inhaber des Pat M. Glazer-Lehrstuhles in Jewish Studies und Professor für Neuere Geschichte an der Indiana University.

Zahlreiche Veröffentlichungen zum Holocaust

Roseman hat zahlreiche Veröffentlichungen zum Holocaust und der deutschen Nachkriegsgeschichte auf den Markt gebracht. Besonders bekannt ist seine Biographie "In einem unbewachten Augenblick", in der er über eine Jüdin berichtet, die im Untergrund überleben konnte. Für dieses Werk hat er mehrere internationale Preise bekommen, unter anderem den Geschwister-Scholl-Preis.

Im Anschluss spricht zum selben Thema Georgi Verbeeck aus Maastricht in den Niederlanden. Während Roseman sich mit der unterschiedlichen Art und Weise der Erinnerung an Krieg und NS-Geschichte befasste, geht Verbeeck das Phänomen nun breiter an. Er legt seinen Focus auf eine "Entschuldigungskultur", wie sie nicht nur im deutschen Kontext herrscht und herrschte.

"Entschuldigungskultur"

Verbeeck ist Jahrgang 1961, hat Geschichte und Philosophie studiert und lehrt an der Katholischen Universität Leuven als Professor für Geschichte. Er ist außerdem Universitätsdozent an der Fakultät für Kultur- und Gesellschaftswissenschaften der Uni Maastricht. Von ihm gibt es Publikationen zur modernen deutschen Geschichte, zur Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur.

Zum Abschluss fasst Dorothee Wierling die beiden Referate in Form eines Kommentars zusammen. Sie ist stellvertretende Direktorin der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und Professorin an der dortigen Universität.

Ihre Schwerpunkte: die Sozial- und Geschlechtergeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Erfahrungsgeschichte der DDR, Kriegserfahrung und Generationengeschichte.

Das Logo der Stiftung DGIA.

Am Dienstag folgt das Subthema "Primat der Politik versus Primat der Gesellschaft" von Gustavo Corni, Jay Rowell und Gabriele Metzler.

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Hörsaal

Ein männlicher Torso

Suche nach der Seele IDer Sitz der Seele

Aristoteles und Platon Theorien prägen bis heute unsere Vorstellung von der Seele.

Mehr …

Das schwarz-weiße Foto zeigt einen in einer Metro-Station sitzenden Mann, der den Kopf hängen lässt.

Mental HealthWas tun gegen Depressionen?

Tiefenstimulation des Gehirns kann Heilungschancen für chronisch depressive Patienten erhöhen.

Mehr …

Wolkenkratzer in Toronto

Mental HealthRisikofaktor Großstadt

Warum uns Joints und Häuserschluchten krank machen.

Mehr …

Ein trauriges Kind vor einem zerbrochenen Spiegel

Mental HealthMissbrauch verändert das Gehirn

Wie sich Kindesmissbrauch in der Zellstruktur des Gehirns abbildet.

Mehr …

Der Satz "I Love My Mum"

VorbilderEltern als Idol

Mama und Papa sind die wichtigsten Bezugspersonen - schon von Anfang an.

Mehr …

Kinderzeichnung der Familie mit Vater, Mutter und zwei Kindern

VorbilderMama und Papa sind die Besten

Bei Umfragen zu Vorbildern, landen Mütter immer wieder auf den vordersten Plätzen - und Väter auch.

Mehr …