Mittwoch, 19. Juni 2013

Hörsaal /

Deutschland Zeitgeschichte nach 1945  

Nebel im Niemandsland. Berlin, November 1961
Nebel im Niemandsland. Berlin, November 1961 (DHM, Pressebild-Agentur Schirner)

"Was ist und zu welchem Ende studiert man Zeitgeschichte?" von Horst Möller

In dieser und der nächsten Woche beschäftigt uns eine hochkarätig besetzte Tagung mit Historikern im Auswärtigen Amt. Pikant ist sie allemal, da – Sie erinnern sich – jüngst eine Studie über die Verstrickungen des Amtes in die Nazidiktatur national wie international große Wellen geschlagen hat.

Just dort, in den Räumen des Auswärtigen Amtes in Berlin, trafen sich am 24. November 2010 zeitgeschichtliche Forscher aus Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und der Schweiz zu einer Standortbestimmung.

Eingeladen dazu hatte das Auswärtige Amt selbst sowie die Stiftung „Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland", das „Institut für Zeitgeschichte in München und Berlin", das „Zentrum für zeitgeschichtliche Forschung" in Potsdam und die deutschen „Historischen Institute" in Rom, London und Paris.

Wo beginnt Zeitgeschichte, wo endet sie? Warum wird der Geschichte der Bundesrepublik so wenig Beachtung geschenkt, dafür aber den Diktaturen der Nazi-Zeit und der DDR? Wie könnte eine gesamtdeutsche Geschichte aussehen – oder ergibt sie gar keinen Sinn? Diese und weitere Fragen durchzogen das Treffen der Koryphäen in der Hauptstadt. Und vieles, was die Öffentlichkeit verwundert – siehe die eben geannten Verstrickungen der deutschen Diplomatie – schlummert in den Köpfen und Akten der Fachwelt schon lange.

Transparenz, eine neue Rolle in der Gesellschaft und das angesichts des zusammenwachsenden Europas nicht nur national beschränkt – in diesem Spannungsverhältnis sehen sich die Kenner und Akteure der Szene.

Den Einführungsvortrag hielt der Direktor des „Instituts für Zeitgeschichte", Horst Möller. Er ist 1943 in Breslau geboren und leitet das Institut seit 1992. Professor Möller  ist zugleich Ordinarius für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zwischen 1989 und 1992 hat er das „Deutsche Historische Institut" in Paris geleitet. Die Schwerpunkte seiner Forschungen erstrecken sich vom 17. bis 20. Jahrhundert. Sein Thema „Was ist und zu welchem Ende studiert man Zeitgeschichte?"

Aufgezeichnet haben wir die Rede in Kooperation mit der Stiftung „Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland" am 24. November 2010 im Berliner Auswärtigen Amt.

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