Sonntag, 19. Mai 2013

Meine Zukunft /

Didaktik Platsch! Bumm! Holocaust - Comics im Geschichtsunterricht  

Wie ihr Einsatz in der Schule funktioniert, berichtet Paulus Müller

Ausschnitt aus dem Cover des Comics "Die Suche" von Eric Heuvel, Ruud van der Rol und Lies Schippers - herausgegeben vom Anne Frank Haus.
Kann ein Thema wie der Holocaust mit einem Comic besser vermittelt werden? Ausschnitt aus dem Cover des Comics "Die Suche" von Eric Heuvel, Ruud van der Rol und Lies Schippers. (Anne Frank Haus)

Immer dann, wenn es um Geschichten geht, eignen sich Comics besonders gut als Lehrmaterial, sagen Didaktiker. Sie würden viel eher zum Mitdenken anregen, als andere Medien. Besonders für den Unterricht in Deutsch und Geschichte gibt es deswegen immer mehr Comics.

Der Holocaust als Comic-Strip? Aber ja! Gerade die Geschichtsvermittlung kann von den Besonderheiten der Bildgeschichten profitieren. Weil sich Text und Bild abwechseln, fällt es den Schülern leichter, aufmerksam zu bleiben und Inhalte zu verstehen - so die These. "Comics erfordern viel mehr aktive Leseleistung, als andere Unterrichtsmedien, wie etwa Bücher und Filme", sagt Dietrich Grünewald, Kunstdidaktiker und Kunsthistoriker an der Universität Koblenz, außerdem Vorsitzender der Comicforschungsgesellschaft.

Der Leser müsse für sich aus den statischen Bildern eine Geschichte konstruieren, sich also mehr mit dem Inhalt auseinandersetzen. Soweit die Theorie. Wie sieht das aber im Unterricht aus?

"Viel besser als Schulbücher"

Unser Reporter Paulus Müller war in der IGS-Roderbruch in Hannover. Die 9. Klasse beschäftigt sich im Gesellschaftsunterricht mit dem Nazi-Regime und dem Holocaust. Lehrer Dieter Wunderlich hat gerade das erste Mal mit einem Comic als zentralem Unterrichtsmaterial gearbeitet - und ist begeistert. Auch die Schüler sind angetan. Sie haben das Comicheft "Die Suche" gelesen. Herausgegeben vom Anne Frank Haus und extra für den Unterricht konzipiert. "Viel besser als Schulbücher", sagen Sie, "man kann sich viel besser in die Personen hineinversetzen, und die Geschichte hat man viel besser vor Augen."

Das bestätigt auch René Mounajed. Er hat über Comics im Geschichtsunterricht promoviert und ist Fachbereichsleiter für Gesellschaftskunde. Mit Comics lasse sich zeigen, dass Geschichte immer konstruiert ist, dass es keine "wahre" Geschichte gibt, auch nicht in Schulbüchern. Mounajed ist sich sicher: Comics werden sich durchsetzen.



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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Unerträglich

    Warum fällt eigentlich (intelligenten?) Redakteuren zum Thema Comic nichts anderes ein, als beim Aufmacher in Onomatopoesie zu verfallen? Vor allem halte ich "Platsch! Bumm! Holocaust" für einen wirklich ungünstigsten Titel. Übrigens... ergänzend hier ein Interview mit Julia Franz vom Anne Frank Zentrum Berlin zur Fachtagung Fachtagung: "Holocaust im Comic - Tabubruch oder Chance?" http://www.comicradioshow.com/Article2857.html

    ComicRadioShow 16.05.2012 15:17 Uhr

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