Dienstag, 21. Mai 2013

Kultur /

Die Wurzeln Europas Gott will es  

Kreuzritter, hier in der Ausgabe für Kinderzimmer (CCFlickr / David Wise)

Ende des 11. Jahrhunderts geriet der Mittlere und Nahe Osten mehr und mehr unter muslimischen Einfluss. Auch in Jerusalem breitete sich der Islam aus. Die Nachrichten aus der Heiligen Stadt waren geeignet, den Zorn von Papst Urban II. (ca. 1035 – 1099)zu erwecken.

Schließlich wurde davon berichtet, dass Christen, die sich zur Pilgerfahrt ans Grab des Herrn aufgemacht hatten, unerträglichen Drangsalierungen durch die Heiden ausgesetzt seien. Auf der Synode von Clermont im November 1095 rief der Papst zu einer "bewaffneten Pilgerfahrt" nach Jerusalem auf.

Peter der Eremit zeigt den Kreuzfahrern Jerusalem, französische Darstellung um 1270. (Wikimedia Commons)

 

Dem ersten Kreuzzug folgten sechs weitere, denen einige Hunderttausend Menschen zum Opfer fielen. Die Kreuzzüge waren einerseits Ausdruck der Macht der Kirche über die weltlichen Potentaten, die Geld und Soldaten für die Aussicht auf reichlich Ländereien im Nahen Osten und göttliche Vergebung ihrer Sünden gaben.

Andererseits war es auch der gescheiterte Versuch, das Christentum dort auszubreiten, wo sich der Islam durchgesetzt hatte. In Europa entstand in diesen Jahrunderten die "Universitas christiana" – eine Art Europäischer Union unter dem Banner des Vatikan, die allerdings Anders- oder Nichtgläubige gnadenlos vernichtete. Eine erste europäische Identität war geboren – nicht "für", sondern "gegen" etwas.

Die Belagerung Jerusalems 1099. (Wikimedia Commons)

 

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