Diebstahl Es kommt auf die Motive an
Klauen, stehlen, rauben - analog und digital
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- Gestohlen wurde schon im Nachkriegsdeutschland. Damals unter geduldeten Bedingungen. "Fringsen" nannte man das. (picture alliance / dpa)
Der Bestohlene ist immer der Dumme. Ihn interessiert es nicht, ob der Dieb aus purer Not oder reiner Bosheit handelte. Wenn das Bargeld fehlt und mit ihm Ausweis, Führerschein und Bankkarten ist das Entsetzen groß.
Auch für den Handel ist Diebstahl ein riesiges Problem: Auf 3,7 Milliarden Euro schätzt eine Untersuchung des Kölner Handelsforschungsinstituts den Schaden allein im Jahr 2012 durch Ladendiebstahl. Der moderne Dieb allerdings klaut nicht nur CDs oder Parfüm. Der Dieb von heute klaut digital: Daten, Identitäten, Industriegeheimnisse.
Diebstahl als Notlösung
In einigen wenigen Fällen ist Diebstahl sogar erlaubt. Moralisch zumindest - aber nur, wenn damit eine existenzielle Notlage abgewendet werden kann, erklärt der Philosoph Matthias Burchardt. Was ist zum Beispiel mit dem alten Mann, der eine Bank überfällt, weil er Geld für seine herzkranke Enkelin braucht? Er ist konfus, flieht ohne Beute und stellt sich später. Das Gericht urteilt gnädig, der Mann kommt mit einer Bewährungsstrafe davon. Auch beim Diebstahl kommt es auf die Motive an. Und manchmal ist die Not so groß, dass man sich nehmen darf, was man braucht - das meinte zumindest der Kölner Kardinal Frings 1946, der dem Begriff "fringsen" für Mundraub Pate stand.
Dieser Beitrag war Teil des Tagesthemas "Diebstahl - Haben wollen" vom 26. September 2012.