Sonntag, 26. Mai 2013

Agenda /

Diebstahl Haben wollen  

Klauen, stehlen, rauben - analog und digital

Zwei Jungs spähen hinter einem Versteck hervor.
Gestohlen wurde schon im Nachkriegsdeutschland. Damals unter geduldeten Bedingungen. "Fringsen" nannte man das. (picture alliance / dpa)

Manche können nicht anders, andere können es besonders gut: lange Finger machen. Fast jeder hat sie schon einmal erlebt, die Schrecksekunde, in der das Fahrrad, das Portemonnaie oder das Handy plötzlich fehlen. Aber auch der Kick, selbst einmal etwas heimlich einzustecken, ist vielen nicht fremd: Vom Mundraub und Kleptomanen, von digitalen Dieben und Kaufhausdetektiven - unser Tagesthema.

Der Bestohlene ist immer der Dumme. Ihn interessiert es nicht, ob der Dieb aus purer Not oder reiner Bosheit handelte. Wenn das Bargeld fehlt und mit ihm Ausweis, Führerschein und Bankkarten ist das Entsetzen groß.

Auch für den Handel ist Diebstahl ein riesiges Problem: Auf 3,7 Milliarden Euro schätzt eine Untersuchung des Kölner Handelsforschungsinstituts den Schaden allein im Jahr 2012 durch Ladendiebstahl.

Der moderne Dieb allerdings klaut nicht nur CDs oder Parfüm. Der Dieb von heute klaut digital: Daten, Identitäten, Industriegeheimnisse. In einigen wenigen Fällen ist Diebstahl sogar erlaubt. Moralisch zumindest - aber nur, wenn damit eine existenzielle Notlage abgewendet werden kann.

 

"Gottseidank nur das Geld"
Diebstahl-Stories aus der Redaktion

Ein leeres Portemonnaie liegt auf dem BodenViele sind froh, wenn sie wenigstens die Papiere wieder zurück bekommen. (picture alliance / dpa)Wir alle kennen die Tipps: Keine Klamotten sichtbar im Auto liegen lassen, die Tasche nicht neben dem Tisch abstellen, das Fahrrad abends in den Hof schieben. Trotzdem passiert es immer wieder: Wir werden beklaut. Auch in der Redaktion weiß man von einigen unliebsamen Vorfällen aus eigener Erfahrung zu berichten...

 

 

Der digitale Dieb
IT-Sicherheitsexperte Wolfgang Strasser berät Firmen, wie sie sich vor Datendieben schützen können

Zwei verwaschene Hände über einer Tastatur.Über das Netz kommen Diebe ungefragt und oft unbemerkt ins eigene Haus. (cc-by/Flickr/hobvias sudoneighm)Der Diebstahl von digitalem Eigentum ist viel lukrativer als Taschendiebstahl oder Bankeinbruch. Wolfgang Strasser und seine Mitarbeiter jagen digitalen Diebe. Ihre Firma add-yet wendet, um die Schwachstellen zu finden, häufig Methoden an, die auch die Diebe nutzen. Die häufigsten Einfallstore: viel zu schwache Passwörter, gefakte E-Mails und öffentliche WLan-Hotspots.

 

Der analoge Dieb
Kaufhausdetektiv Johann Liebel erkennt seine Kundschaft schon von Weitem

Ein Mann steckt heimlich eine Flasche Wein in seine Jacke.Schmuck, Elektroartikel, Lebensmittel - Ladendiebe nehmen mit, was sie kriegen können. (picture alliance / dpa)Johann Liebel ist Kaufhausdetektiv. Er überwacht die Verkaufsfläche und versucht, Diebstähle zu verhindern. Mit seiner jahrelangen Erfahrung kann er unter vielen Besuchern meist diejenigen frühzeitig ausmachen, die lange Finger machen wollen. Er weiß auch, woran sie interessiert sind und wo sie ihr Diebesgut zwischenlagern - zum Beispiel in der Waschmaschinentrommel.

 

 

Diebstahl als Notlösung 
Philosoph Matthias Burchardt erklärt, ob Diebstahl in Notlagen womöglich erlaubt ist

Eine Möve klaut einer Taube FutterMöve und Taube demonstrieren den Mundraub der klassischen Art. (picture alliance / dpa)Ein alter Mann überfällt eine Bank - er braucht Geld für seine herzkranke Enkelin. Doch er ist konfus, flieht ohne Beute und stellt sich später. Das Gericht verurteilt ihn nur zu einer Bewährungsstrafe. Auch beim Diebstahl kommt es auf die Motive an. Und manchmal ist die Not so groß, dass man sich nehmen darf, was man braucht - das meinte zumindest der Kölner Kardinal Frings 1946, der dem Begriff "fringsen" für Mundraub Pate stand.

 

Diebstahl als Kick
Der Psychologe Steffen Fliegel über Kleptomanie

Ein Dieb als Street-Art-Motiv.Den Nervenkitzel beim Diebstahl empfinden manche als "Kick". (Jean- / Flickr/ cc by-nc-sa/ 2.0/ deed.de)Schauspielerin Winona Ryder stand vor einigen Jahren als Kleptomanin in den Schlagzeilen: Eine Prominente, die ohne Not stiehlt. Kleptomanen veranlasst ein Zwang, eine Sucht oder ein Rausch zum Diebstahl. Manchmal ist auch der Wunsch nach Aufmerksamkeit Ursache des krankhaften Stehlens. Diplompsychologe Steffen Fliegel von der Gesellschaft für Klinische Psychologie und Beratung kennt Diagnosen und Therapieansätze.



Mehr bei DRadio Wissen:

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Mehr zum Thema:

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(BDI.bund.de, pdf-Datei)

Van Raben und Maulwürfen - Eine Chronik des Vatileaks-Skandals
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(spiegel.de vom 30.05.2008)

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