Diskriminierung Die "meist verfolgte" Minderheit der Welt
Udo Schmidt über die Rohingya in Birma
Die muslimische Minderheit der Rohingya lebt vor allem im Westen Birmas. Sie werden von der buddhistischen Mehrheit ausgegrenzt und diskriminiert. Die Regierung verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft, obwohl sie seit Generationen in Birma leben.
Für die Vereinten Nationen ist die muslimische Minderheit der Rohingya die am meisten verfolgte Volksgruppe der Welt. Rund 800.000 Rohingya leben in dem buddhistisch dominierten Birma, das auch Myanmar genannt wird. Die meisten im Westen des Landes an der Grenze zu Bangladesch. Knapp 90 Prozent der Birmaner sind Buddhisten, nur vier Prozent Muslime.
Staatenlos im eigenen Land
Die Angehörigen der Rohingya sind in Birma nicht einmal als ethnische Minderheit anerkannt. Sie gelten als illegale Einwanderer aus Bengalen. Die Regierung verweigert ihnen deshalb die Staatsbürgerschaft, obwohl die Rohingya seit Generationen im Land leben. Ohne Genehmigung der Behörden dürfen sie weder ihre Wohnorte verlassen, noch heiraten. Auch ihr Zugang zu Bildung ist eingeschränkt.
Religiöse Konflikte
Anfang Juni verschärfte sich die Lage noch dramatisch: Nachdem eine junge Buddhistin von drei Männern aus der Volksgruppe der Rohingya vergewaltigt und getötet worden war, kam es zu zahlreichen Racheaktionen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen in Birma.