Diskussionskultur Trollen droht der Klarname
Online Talk mit Moderator Jürgen Kuri sowie Falk Lüke und Joerg Heidrich
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- Nur noch mit Klarnamen ins Netz - das fordern manche. Wie steht es um unsere Online-Diskussionskultur? (florian_kuhlmann/ Flickr/ CC by 2.0)
Im Online Talk geht es um den richtigen Umgang mit Online-Foren und -Kommentaren. Sind Online-Foren tatsächlich nur noch Tummelplatz für Trolle, wenn sie nicht strikt moderiert werden? Welche rechtlichen Aspekte gelten für Betreiber sowie für Nutzer?
Blogs ohne Kommentare? Eigentlich unvorstellbar. Newssites ohne Foren? Kaum ein Angebot verzichtet auf die Möglichkeit, dass User ihre Meinung kundtun. So unterschiedlich wie die Angebote, ist aber auch der Umgang mit Foren und Kommentaren. Es gibt nur wenige unmoderierte Foren mit der Möglichkeit, unter Pseudonym zu kommentieren - die Foren auf heise.de gehören dazu.
Manche Betreiber lassen Kommentare und Forenbeiträge nur zu "Geschäftszeiten" zu, also etwa nicht in der Nacht und nicht am Wochenende. Andere verlangen Klarnamen, das heißt User dürfen nicht unter Pseudonym posten. Viele Blogs lassen Kommentare nur mit Moderation zu: Erst nach vorheriger Kontrolle durch den Betreiber oder Blogger werden die Posts freigeschaltet.
Niemand will mehr auf die Kommentarfunktion verzichten
Dennoch sind öffentliche Foren und Online-Kommentare für die meisten Nutzer mittlerweile ein unverzichtbares und gern genutztes Element im Web. Manchmal sorgen sie für Aufregung, wenn wieder einmal die Diskussionskultur im Netz in Frage steht und offene Foren als schlechtes Beispiel herhalten müssen. Ausartende Online-Debatten müssen auch schon mal als Argumente für "Pflicht zur Identifizierung im Internet" und "Verbot von anonymen Kommentaren" herhalten.
Social Networks, deren Popularität nicht zuletzt von den teilweise regen Diskussionen lebt, die sich zu einem Post in der Timeline entwickeln, haben schon ihre eigenen Beschränkungen eingeführt: Auf Google Plus etwa tobt eine heftige Diskussion darüber, dass Google Klarnamen verlangt, die auch noch bestimmten Regeln für "normale" oder "gebräuchliche" Namen gehorchen sollen.
Welche juristischen Fallstricke drohen?
Unterschiedlicher Umgang mit Online-Foren hat aber nicht nur etwas mit der vielbeschworenen Online-Diskussionskultur und der Netiquette zu tun. Oft treibt auch die Angst vor der nächsten Abmahnung Betreiber dazu, mit den öffentlichen Kommentaren durch die Nutzer restriktiv umzugehen. Allzu viele juristische Fallstricke lauern in offenen Foren und Kommentarplattformen für Betreiber und Blogger, die sich keine eigene Rechtsabteilung leisten können.
Darüber diskutiert im c't-Onlinetalk bei DRadio Wissen Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur der c't und verantwortlich für die Foren auf heise online mit Falk Lüke, Autor, Netzpolitik-Aktivist und früherer Redakteur mit Communityverantwortung bei einer größeren deutschen Zeitungswebsite und Joerg Heidrich, Fachanwalt für IT-Recht, Justiziar des Heise-Verlags.
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