Freitag, 24. Mai 2013

Globus /

Djibouti Die Schreibstube des Monsieur Hassan  

Benno Müchler über den Beruf des öffentlichen Schreibers, den es nur noch selten gibt

Eine Häuserfassade mit einer roten geöffneten Tür und einem Geschäftsschild drüber.
Das Schreibbüro von Hassan Moustapha (Benno Müchler | DRadio Wissen)

In Djibouti beherrschen viele Menschen die Amtssprache Französisch nicht. Für die Korrespondenz mit Behörden suchen sie daher einen Schreiber auf.

In der gleichnamigen Hauptstadt gibt es drei öffentliche Schreiber. Sie helfen den Menschen, die sich nicht in der Amtssprache Französisch ausdrücken können. Hassan Moustapha ist einer von ihnen und hilft, Stellengesuche, Klagen, Rechnungen und andere offizielle Dokumente aufzusetzen.

Geschäftsschild des Schreibbüros von Hassan Moustaph. Verplasste blaue Schrift auf einem weißen Schild. Geschäftsschild des Schreibbüros von Hassan Moustapha (Benno Müchler | DRadio Wissen) Liban Moustapha bei der Arbeit im Schreibbüro. Ein Mann sitzt vor einem Rechner und arbeitet. Sohn Liban Moustapha bei der Arbeit im Schreibbüro (Benno Müchler | DRadio Wissen)

Der pensionierte Grundschullehrer geht seinem Beruf mit großer Leidenschaft nach. Seine Kunden loben ihn und trauen ihm. Doch Hassan Moustapha muss kürzer treten, weil er ein Krebsleiden gerade erst überwunden hat. Er ist zur Zeit in Le Mans in Frankreich im Urlaub und vermisst seine Heimat sehr. Und auch seine Kunden vermissen ihn.

Den Beruf des Schreibers übt auch der Sohn Liban aus. Er arbeitet im Büro seines Vaters und genauso wie sein Vater will der 28-Jährige Grundschullehrer werden. Dafür geht er seit ein paar Monaten jeden Abend nach der Arbeit um 18.30 Uhr an die Universität von Djibouti.

Benno Müchler war im Schreibbüro und hat mit Kunden und Schreibern gesprochen.



Mehr zum Thema bei DRadio Wissen:

Kolumbien - Tinte fürs Volk
In Europa ist der Beruf des Schreibers bereits ausgestorben, in Südamerika existiert er noch.
(Globus vom 15.12.2010)

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