Doktoranden Wissenschaft Ade
Stephanie Niehoff hat der Wissenschaft den Rücken gekehrt.
-
- Nach dem Doktortitel kommt bei manchem Frust auf. (jeco | Flickr | cc-by-nc-sa)
Nach dem Studium liebäugeln viele mit einer Promotion. Auf den ersten Blick ist die Aussicht verlockend: Nachwuchsforscher können sich intensiv einem Thema widmen und sich dabei ihre Zeit frei einteilen. Doch bei vielen kommt schnell der Frust. Sie müssen mit prekären Beschäftigungsverhältnissen leben und sind auf die Gunst ihrer Betreuer angewiesen.
Genau aus diesen Gründen hat sich Stephanie Niehoff gegen eine Karriere in der Wissenschaft entschieden. Ihre Promotion finanzierte sie mit einem Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung. Damals hätte sie sich eine wissenschaftliche Karriere gut vorstellen können. Doch dann haben sie die Bedingungen für Nachwuchswissenschaftler abgeschreckt. "Die Abhängigkeit vom betreuenden Professor ist enorm", sagt die 31-Jährige, "das hört auch nicht auf, wenn man seine Promotion abgeschlossen hat."
Spannungsverhältnis zum Doktorvater
Viele Doktoranden müßten deshalb Aufgaben übernehmen, die eigentlich nichts mit ihrer Promotion zu tun haben. Zum Beispiel werden sie oft eingebunden, wenn Anträge für Drittmittel geschrieben werden müssen. "Wenn man dagegen rebelliert, kommt das nicht gut an", sagt Stephanie Niehoff, "denn das Verhältnis zwischen Doktorand und Doktorvater muss viele Spannungen aushalten."
Schlechte Berufsaussichten
Doch das ist nicht das einzige, was Stephanie Niehoff missfallen hat. Vor allem die schlechten Berufsaussichten machten ihr Sorgen. Als Doktorandin im Fachbereich Romanistik stehen die Chancen auf eine Professur nicht gut: "Und selbst wenn das klappt, ist der Weg dahin steinig", sagt sie. Denn viele Forscher hangeln sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten, ohne Garantie auf eine feste Stelle.