Donnerstag, 23. Mai 2013

Medien /

Dokumentarfilm Regisseure schlagen Alarm  

Nico Rau berichtet über die Arbeitsbedingungen der Regisseure und deren Forderungen

Ein Kameramann filmt eine Szene für einen Film.
Die Anforderungen an Dokumentarfilmer steigen, gleichzeitig sinkt der Etat. (Willamor Media/ Flickr/ CC BY-NC-SA 2.0)

Die Bezahlung und Arbeitsbedingungen im dokumentarischen Bereich hätten sich in den letzten 20 Jahren verschlechtert, kritisieren die Regisseure anspruchsvoller Dokumentarfilme. Ihre Sorge: "Erst geben wir die Hoffnung auf - und dann das Filmemachen".

"Wir sind die, deren Filme gezeigt werden, wenn das Publikum längst schläft. Die arbeiten und nicht mehr davon leben können", schreiben die Dokumentarfilm-Regisseure in ihrem Manifest auf der Seite dok-regie.de. Sie haben sich in der Interessenvertretung Dok-Regie zusammengeschlossen, um sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Sie fordern beispielsweise die Abschaffung der Pauschalbezahlung und ein besseres Qualitätssiegel für die Berufsbezeichnung "Dok-Regisseur".

Ansprüche steigen, Etats sinken

Petra Schmitz, die Leiterin des Forums für den Dokumentarfilm in Nordrhein-Westfalen Dokumentarfilminitiative, kritisiert, dass die Qualitätsanforderungen an Dokus steigen: "Man macht am liebsten Dokumentarfilme mit einer Spielfilmkamera. Man möchte auch das, was die Postproduktion heute bietet an Verbesserung von Tönen, Farben, Oberflächen eingesetzt wissen". Das verteuere die Produktionen bei gleichbleibenden Etats, die faktisch, wenn man die Inflation einberechnet sogar sinken.

Talk verdrängt Doku

Zudem werden die Sendeplätze für Dokumentarfilme zusammengestrichen oder auf unattraktive Sendeplätze verschoben. Der Medienwissenschaftler Johannes Stier von der Universität Köln erklärt: "So etwas wie eine wöchentliche Talkshow lässt sich natürlich wesentlich besser planen, da hat man auch größere Aushängeschilder und ist bereit mehr Geld auszugeben."



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