Dienstag, 18. Juni 2013

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DRadio Wissen Google+ lebt doch  

Webschau mit Thomas Reintjes

Screenshot des Auftritts von DRadio Wissen bei Google+
Der Auftritt von DRadio Wissen bei Google+ (Screenshot)

"Liebe Google+-Community, wir sind raus. Und zwar aus Google+. Social Media-Aktivitäten finden aber natürlich trotzdem weiterhin statt. Ihr findet uns auf Facebook und bei Twitter. Grüße und bis bald, die Redaktion." Das haben wir gestern bei Google+ geschrieben, und seither ist eine Kommentarwelle losgebrochen, mit der niemand gerechnet hat. Die Webschau dreht sich daher ausnahmsweise mal um uns selbst, um DRadio Wissen.

Rund 300 Kommentare in den vergangenen 24 Stunden - das ist eine deutliche Ansage. Zudem haben seither mehrere Hundert neue User DRadio Wissen in ihre Kreise aufgenommen – bei Twitter würde man Follower sagen. Zahlreiche Blog-Einträge beschäftigen sich mit unseren Social-Media-Aktivitäten. Die Kommentare sind zum großen Teil sehr konstruktiv.

Gründe für den Ausstieg

Ein Grund für den Ausstieg war, dass auf Google Plus nicht viel passiert ist. Unsere Beiträge dort wurden offenbar kaum beachtet: Wenige Kommentare, wenige Empfehlungen - und auch nur verhältnismäßig selten wurde etwas von anderen geteilt. Jedenfalls im Vergleich zu Facebook. Auch die Zahl der Fans wuchs nur sehr langsam.

Wir sind nicht die ersten, die Google Plus wieder verlassen. Zwei große Online-Spiele-Unternehmen sind ebenfalls raus. Spiegel Online war das einen Artikel wert, dort heißt es: "Der deutsche Anbieter Wooga stellt am 1. Juli die Google+-Versionen seiner Spiele ‚Diamond Dash’ und ‚Bubble Island’ ein, das Wooga-Spiel ‚Monster World’ ist bei Google schon seit Anfang Mai offline. Das zum Spielekonzern Electronic Arts gehörende Unternehmen PopCap stellt zum 18. Juni ‚Bejeweld Blitz’, sein einziges bei Google+ vertretenes Spiel, ein.“

Die Begründungen ähneln unserer Sicht der Dinge: Wooga sagt, der Bereich der mobilen Spiele laufe besser, man wolle die Ressourcen dort bündeln. PopCap spricht ebenfalls von Ressourcen-Umschichtung. Die Argumentation in unserer Redaktion: Wenn wir weniger Energie in Google Plus stecken, können wir in anderen Sozialen Netzwerken besser werden. Viele andere Unternehmen sehen das wohl ähnlich und haben Google Plus ebenfalls verlassen – sang- und klanglos. Wir haben es kommuniziert, deshalb ist der Abgang überhaupt wahrgenommen worden.

Die Reaktionen

Die ersten Kommentare, die gestern geschrieben wurden: "Nicht gut, aber verständlich“ schreibt Frau Nuss, "Schade“, schreib Kai Jansson und "Nicht nachvollziehbar“ findet es Michael Günther. Alexander Bosse wird schon ausführlicher: "Man sollte wirklich nicht vergessen, dass G+ eine gute kostenlose Werbung in den Suchmaschinen bietet, wo euer Stream auch groß veröffentlicht wird bzw. in den Suchergebnissen eingearbeitet ist.“ Und Holger Janning schreibt: "Eure Beiträge werden gelesen, auch wenn ihr nicht bei jedem Artikel riesige Resonanz erhaltet.“

Unterschiede zwischen Google Plus und Facebook

Mittlerweile hat sich eine sehr konstruktive Debatte ergeben: Viele analysieren, warum unsere Beiträge bei Google Plus weniger Feedback bekommen als zum Beispiel bei Facebook. Vielleicht freuen sich die User von Google Plus einfach nur über interessante Infos von DRadio Wissen, müssen oder wollen sie aber nicht gleich liken oder kommentieren.

Diskussion: Was man hätte anders machen können

Daraus resultierend wird auch die Frage diskutiert, was man denn anders machen könnte, um mehr Interaktion auf Google Plus zu bekommen. Es gibt viele interessante Anregungen. Besonders ausführlich hat Philipp Steuer uns analysiert. Er hat ein Buch über Google Plus geschrieben und in seinem Blog behandelt er unseren Ausstieg aus dem Netzwerk. Im Grunde meint er: Wir sind selbst schuld. Steuer nennt drei Punkte: Die Profilseite sei nicht gut gepflegt und die Beiträge nicht gut formatiert worden. Generell seien zu wenig aktive Impulse von unserer Seite gekommen. Zum Schluss empfiehlt uns Philipp Steuer, unseren Plan noch mal zu überdenken.

Folgen für DRadio Wissen

Natürlich lässt die Redaktion das ganze Feedback nicht kalt. Andererseits bleibt ein Teil unserer Gründe für den Ausstieg bestehen: Unsere Ressourcen sind nicht unendlich, wir müssen sie gezielt einsetzen.


Diskussion mit Gästen zum Thema "Ausstieg von DRadio Wissen bei Google+"

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