Erinnerungskultur Das Nazi-Seebad Prora wird Jugendherberge
Reportage von Philipp Eins
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- Prora - eine Platte für den Ostseeurlaub à la Nazi-Deutschland. (Martijn van Exel|flickr|CC BY-SA 2.0)
Ob Luxus-Ferienwohnungen, Jugendherberge, Museum oder Gedenkstätte - der Umgang mit dem ehemaligen DDR-Militärlager und Nazi-Seebad Prora ist umstritten.
Am idyllischen Strand nahe dem Rügener Seebad Binz liegt ein hässlicher, 4,5 Kilometer langer Häuserblock: Prora, der nie vollendete Ferien-Koloss der Nazis. 20.000 Menschen sollten hier gleichzeitig Urlaub machen. Die meisten Blocks stehen leer – bislang. Am 1. Juli eröffnet dort das Deutsche Jugendherbergswerk die nach eigenen Angaben "längste Jugendherberge der Welt".
Prora - Erinnerungsort oder längste Jugendherberge der Welt? (äquinoktium|flickr|CC BY 2.0)
Massentourismus statt Vergangenheitsbewältigung
Historiker und Zeitzeugen üben Kritik an der Umgestaltung des Ortes zur Party-, Wohn- und Wellness-Oase. Sie fordern eine gründlichere und umfassende Aufarbeitung der Geschichte – auch jener nach 1945. Denn in den 1980er-Jahren wurden Tausende oppositionell eingestellte Jugendliche von der NVA in Prora zwangskaserniert und schikaniert.
Philipp Eins hat den verlassenen Ort an der Ostsee besucht.