Mittwoch, 22. Mai 2013

Hörsaal /

Erinnerungskultur I Die Ästhetik des Schreckens  

Der Historiker Frank van Vree über die Visualisierung des Nationalsozialismus und deren Aspekte und Probleme.

Roberto Benigni und Giorgio Cantarin in dem Kinofilm "Das Leben ist schön".
In dem Film "Das Leben ist schön" wird das Schicksal einer Familie im KZ dargestellt. (picture-alliance / dpa | ANSA Cecchi Gori)

Wie stellt man die Geschichte eines Unrechtsregimes dar, ohne dabei Geschehenes zu verklären oder zu übertreiben? Helfen Augenzeugen dabei? Und was, wenn es kaum noch welche gibt?

"Mediale Transformationen des Holocaust" hieß eine Konferenz des Goethe-Institutes in Paris, auf der Frank van Vree seinen Vortrag "Die Ästhetik des Schreckens - Aspekte und Probleme einer Visualisierungsgeschichte" am 29. Juni 2011 gehalten hat. Er befasst sich darin mit der Darstellung des Holocaust in den Medien.

Darstellung der Opfer

"Der Pianist", "Schindlers Liste", "Das Tagebuch der Anne Frank", "Der Untergang", die TV-Serie "Holocaust" oder "Das Leben ist schön" – all diese Produktionen thematisieren die nationalsozialistische Diktatur und den Holocaust, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Wie wird das Leben der Opfer dargestellt, wie kommt die Darstellung beim Betrachter an? Wie in den fünfziger Jahren, wie heute?

Nachempfinden der Verfolgung

Frank van Vree skizziert den Versuch, die Schrecken des Dritten Reichs für Touristen in einer Ausstellung erlebbar zu machen.

Der Niederländer Frank van Vree ist Historiker und Lehrstuhlinhaber für Journalistik und Kultur an der Universität in Amsterdam. Er arbeitet mit an dem niederländischen Forschungsprojekt zur Dynamik der Erinnerung und ist Mitherausgeber des Buches "Performing the Past".



Weitere Vorträge in dieser Reihe:

Erinnerungskultur II
Erinnerung im Wandel
Der Medienwissenschaftler Thomas Weber spricht über den Einfluss von Film, Fernsehen und Internet auf die Erinnerungskultur

Erinnerungskultur III
Der Holocaust als Unterhaltung
Die Literaturwissenschaftlerin Anat Feinberg und die Germanistin Britta C. Jung über den Holocaust

Erinnerungskultur IV
Panorama einer grausamen Zeit
Der Literaturwissenschaftler Jürgen Ritte über Walter Kempowskis "Echolot" als Erinnerung an die NS-Zeit

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