Donnerstag, 20. Juni 2013

Hörsaal /

Erinnerungskultur II Erinnerung im Wandel  

Der Medienwissenschaftler Thomas Weber spricht über den Einfluss von Film, Fernsehen und Internet auf die Erinnerungskultur

Auf einem Stadtplan sind viele blaue Kreise eingezeichnet, darüber prangt die Schrift MemoryLoops.
Memoryloops ist ein digitales Denkmal mit 300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München. (Screenshot Memoryloops.net)

Früher waren Denkmäler düster und grau, Museen statisch und linear konzipiert. Heute laden sie zum Anfassen und Mitmachen ein, Interaktivität und Einbindung neuer Medien werden zum Standard.

Die mediale Entwicklung verändert unsere Erinnerungskultur. Wo etwa der Museumswärter sich früher mit strafendem Blick zwischen Besucher und Exponat warf, erklärt er heute, wie das Ausstellungsstück anzufassen und zu bedienen ist. Denkmäler sind nicht länger nur graue Monumente, die düster vor sich hin verfallen und vor denen ab und an mal ein Kranz niedergelegt wird.

Wie werden wir uns erinnern?

Mittlerweile gibt es sie auch in digitaler Form: Der Besucher kann damit in Interaktion treten. Wie etwa bei dem digitalen Denkmal Memory Loops, bei dem sich der Nutzer per Klick auf einen Stadtplan von München insgesamt 300 Tonspuren zu Ereignissen der NS-Zeit an eben jenen in der Karte verzeichneten Orten anhören kann.

Memory Loops ist ein Beispiel aus dem Vortrag "Wie werden wir uns erinnern? - Zum fortgesetzten Wandel von Erinnerung an den Holocaust in Film, Fernsehen und im WWW" des Medienwissenschaftlers Thomas Weber. Aufgezeichnet wurde der Vortrag im Rahmen der Tagung "Mediale Transformation des Holocaust“ des Goethe-Instituts Paris am 30. Juni 2011.



Weitere Vorträge in dieser Reihe:

Erinnerungskultur I
Die Ästhetik des Schreckens
Der Historiker Frank van Vree über die Visualisierung des Nationalsozialismus und deren Aspekte und Probleme.

Erinnerungskultur III
Der Holocaust als Unterhaltung
Die Literaturwissenschaftlerin Anat Feinberg und die Germanistin Britta C. Jung über den Holocaust

Erinnerungskultur IV
Panorama einer grausamen Zeit
Der Literaturwissenschaftler Jürgen Ritte über Walter Kempowskis "Echolot" als Erinnerung an die NS-Zeit

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