Erinnerungskultur IV Panorama einer grausamen Zeit
Der Literaturwissenschaftler Jürgen Ritte über Walter Kempowskis "Echolot" als Erinnerung an die NS-Zeit
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- Mosaik der Erinnerung: Bei der Ausstellung "Kempowskis Lebensläufe" betrachten Besucher die gezeigten Exponate. (dpa | picture alliance | Klaus-Dietmar Gabbert)
Walter Kempowskis "Echolot" stellt als Collage von Erinnerungen, Bildern, Tagebüchern und Briefen aus den Jahren 1941 bis 1945 für den Literaturwissenschaftler Jürgen Ritte eine ganz besondere Form der Erinnerung dar.
Fast ein Vierteljahrhundert hat es den Schriftsteller Walter Kempowski gekostet, die Dokumente zusammenzutragen, die in sein Werk "Das Echolot" eingingen. Am Ende bestand es aus vier Teilen und umfasste insgesamt 9000 Seiten. Geschrieben hat er selbst dabei nicht, vielmehr hat er gesammelt und collagiert, um einige wenige Tage in den Jahren 1941, 1942 und 1945 durch ein Mosaik aus Erinnerungen vieler einzelner Menschen spürbar zu machen. Die Rezensenten waren begeistert, die wenigen Kritiker wenigstens von der Arbeitsleistung beeindruckt.
Eine besondere Erinnerung
Der deutsche Schriftsteller Walter Kempowski im neu eingerichteten Kemposwki-Archiv in Rostock (AP)In seinem Vortrag "Culpa. Eine kollektive Schrift? 'Das Echolot' von Walter Kempowski" stellt Jürgen Ritte, Professor am Département Langues Etrangères Appliquées der Universität Sorbonne-Nouvelle, Paris 3, dieses besondere Erinnerungswerk vor. Sein Vortrag stammt von der Tagung "Mediale Transformation des Holocaust" des Goethe-Instituts Paris vom 1.07.2011.