Eritrea Der letzte Jude von Asmara
Kristine Kretschmer und Beatrice Möller sprachen mit Samy Cohens, alleiniger Vertreter der jüdischen Gemeinde in Asmara
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- In der eritreischen Hauptstadt Asmara ist die jüdische Gemeinde auf einen Juden zusammengeschmolzen. (picture-alliance/ ZB | Matthias Toedt)
Samy Cohens ist der letzte Jude in Asmara, der letzte aus einer Gemeinde, die vor sechzig Jahren blühte und gesellschaftlich aktiv war.
Während von der Kathedrale die Kirchenglocken läuten und der Muezzin von der Großen Moschee zum Gebet ruft, schließt Samy Cohen das Eingangstor der Synagoge auf. Im Innenraum betet er - alleine. Die für einen jüdischen Gottesdienst nötigen zehn erwachsenen Männer finden sich hier nicht mehr ein.
Wechselvolle Geschichte
Doch anders als in anderen Gegenden der Welt haben nicht religiöse Konflikte oder Pogrome zum Auseinanderbrechen der Gemeinde geführt, sondern der Lauf der Geschichte. Eritrea hat eine wechselvolle Vergangenheit: Das Land entstand 1890 als italienische Kolonie, später kam es unter britische Verwaltung, 1961 wurde es von Äthiopien annektiert. Nach jahrzehntelangem Unabhängigkeitskrieg befreite sich Eritrea von der äthiopischen Unterjochung.
Stagnation und Totalitarismus
Doch seither scheint der westafrikanische Staat in Stillstand und Totalitarismus zu ersticken. Ein Grund für viele Menschen, das Land zu verlassen. Die Geschichte Samy Cohens, seiner Familie und der jüdischen Gemeinde in Asmara ist eng mit der Geschichte Eritreas verbunden.