Extremismus Je lauter, desto öffentlicher
Frank Überall über zwei extreme Randgruppen: Salafisten und Pro NRW
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- Bei einer Demonstration in Solingen kam es zu Gewalt zwischen Salafisten, Pro NRW und der Polizei. (dpa | picture alliance | Melanie Dittmer)
Eine chaotische Woche geht zu Ende, in der sich zwei extreme Splittergruppen hervor getan haben. Zwei Gruppen, die sich scheinbar brauchen und unterschiedlicher kaum sein könnten: die Salafisten und Pro NRW.
Am Sonntag wird in Nordrhein-Westfalen gewählt und der Kampf um Positionen und Stimmen geht damit zu Ende. Die rechtsextreme Splittergruppe Pro NRW hat die vergangenen Tage genutzt, um mit allen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen. Sie werden nicht in den Landtag kommen und haben dennoch die Schlagzeilen der vergangenen Tage geprägt. Pro NRW wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil die Gruppe unter dem Verdacht steht, verfassungsfeindlich zu sein.
Mit Gewalt auf die Titelseiten
Diesen Verdacht hat Pro NRW selbst genährt: Sie haben vor Moscheen Mohammed-Karikaturen gezeigt und damit Muslime provoziert. Und eine Gruppe hat den Fehdehandschuh geradezu dankbar aufgenommen: die Salafisten. Wie Pro NRW suchen auch die Salafisten vor allem mediale Aufmerksamkeit. Die islamische Sekte hatte noch Tage zuvor Koranschriften verteilt – auch um Nachwuchs zu werben. Sie gaben sich friedlich. Die Rhetorik extremistischer Salafisten dreht sich aber oft um den Dschihad, den Heiligen Krieg gegen Ungläubige.
In Bonn und Solingen kam es zu Ausschreitungen. Es sind zwei Gruppen - so scheint es - die sich gegenseitig Aufmerksamkeit besorgen. Und mittendrin: die Polizei, die versucht, ihre Arbeit zu machen.