Montag, 20. Mai 2013

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Facebook-Börsengang Alles auf Zuckerberg  

In der Webschau berichtet Sebastian Sonntag darüber, was im Internet über den Börsengang von Facebook diskutiert wird.

Das Facebook-Logo und eine Aktienkurve der Aktien-App
Der Einstiegspreis liegt bei ca. 38 Dollar pro Aktie: Der Börsenstart von Facebook ist erfolgreich. (picture alliance / dpa / Jan-Philipp Strobel)

Rund 900 Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben einen Facebook-Account. Also fast jeder achte Erdbewohner ist Mitglied des Sozialen Netzwerks - beeindruckende Zahlen, mit denen sich auch eine Menge Geld verdienen lässt. Das hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in den letzten Jahren schon eindrucksvoll bewiesen – der heutige Börsenstart von Facebook wurde im Netz vorab intensiv diskutiert. Die wichtigste Frage: wie viel Geld ist Facebook eigentlich wert?

Eigentlich sollte laut US-amerikanischer Börsenaufsicht der Ausgabepreis pro Aktie bei 28 bis 35 US-Dollar liegen. Laut bloomberg.com soll dieser Betrag noch einmal erhöht worden sein, auf 34 bis 38 US-Dollar, laut faz.net wurde der Ausgabepreis auf den Höchstwert von 38 Euro festgelegt. Damit käme Facebook auf den angepeilten Marktwert von 100 Milliarden US-Dollar, das Unternehmen wäre mehr wert als VW oder Siemens. Laut Welt Online wurde die Facebook-Aktie am Donnerstagmorgen von Broker Lang & Schwarz sogar auf 63 Dollar geschätzt. Damit wäre das Internetunternehmen sogar über 170 Milliarden US-Dollar wert.

Auch im Netz geht man davon aus, dass die Aktie hoch einsteigen wird. Das Handelsblatt hat zusammen mit zwei Wirtschaftsblogs dazu aufgerufen, auf Facebook und per Twitter unter #facebookguess zu schätzen, wie hoch Facebook am Ende des ersten Börsentags stehen wird. Bei diesem sogenannten Crowdguessing liegen die Schätzungen zwischen 40 und 80 Dollar. Laut Welt Online hat Facebook wegen des hohen Interesses die Anzahl der angebotenen Aktien um 25 Prozent erhöht. Für Mark Zuckerberg bedeutet der Börsengang keine großen Veränderungen - im besten Fall wird er noch reicher. Zuckerberg selbst hat nur 6 Prozent seiner eigenen Anteile in Umlauf gebracht. Entscheidungen werden künftig weiterhin von dem 28-jährigen Unternehmer getroffen. Die restlichen Anteile stammen überwiegend von Privatpersonen.

Wertpapierhändler und Blogger sind skeptisch

Wertpapierhändler halten die hohe Einschätzung des Unternehmens für ungerechtfertigt, viele befürchten eine Wiederholung der Dotcom-Blase. Auch im Netz sind viele skeptisch. Eva Ihnenfeld schreibt auf SteadyNews.de: "Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass der Börsengang zu einem finanziellen Fiasko werden wird. Und wer Facebook Aktien kauft, soll bitte nicht in einigen Jahren jammern, er wäre hereingefallen. Wir alle wissen, wie flüchtig und sensibel der virtuelle Markt ist. Was war noch mal MySpace? Und wen interessiert noch das Schicksal der VZ-Netzwerke? [...] Es muss doch nur jemand kommen, der seine Endverbraucher respektiert, schätzt, und der es durch eine gute Idee schafft, dass die Social Community mal eben umzieht. Das ist schnell getan, es ist meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit."

Auch Dirk Elsner sagt "Finger Weg" von der Facebook-Aktie. Er schreibt auf Carta.info: "Wenn ich Facebook bewerten würde, käme ich auf einen Wert deutlich unter 50 Mrd. Dollar. Ich würde nicht mehr als das 25-fache des 2012er-Gewinns bezahlen für die Aktien. Mir ist das Geschäftsmodell nicht klar genug für eine höhere Bewertung. Viele Argumente, die für eine höhere Bewertung vorgebracht werden, klingen willkürlich und rein hypothetisch. So ist derzeit völlig offen, ob und wie Facebook im mobilen Netz Geld verdienen wird."

Werbeeinnahmen auch über Smartphone-Nutzer?

Laut dem Blog der Marktingagentur Xeit aus der Schweiz nutzen mehr als die Hälfte der Facebook-User das Netzwerk über ihr Smartphone. Und auf den kleinen Displays dieser Geräte lassen sich Werbebanner nur schlecht platzieren. Mit speziellen Apps will Facebook nun doch noch Geld über mobile Endgeräte verdienen: Auf dem Entwicklerblog hat das Unternehmen angekündigt, dass sie einen eigenen Appstore für iPhones und Android-Handys planen, in dem Anwendungen gekauft werden könnten, die an Facebook angedockt sind. Vor allem Social Games wie Farmville oder Mafia Wars sind da beliebt.

Eigentlich ist Facebooks Geschäftsmodell aber vor allem die Werbung, weil es kaum eine Seite gibt, mit der man mehr Leute erreicht und die mehr über ihre Kunden weiß. So argumentiert Facebook zumindest. Aber auch hier sind nicht alle vom Erfolg überzeugt. General Motors will laut Wall Street Journal keine Anzeigen auf Facebook mehr schalten, weil sich das nicht auszahle.

Für alle, die Facebookaktien kaufen möchten, gibt es auf sueddeutsche.de und auf welt.de einige Tipps.

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