Fair IT So pc ist Dein PC
Wie ökologisch und fair sind unsere Computer, Tablets und Smartphones?
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- Der Titel des Dokumentarfilms "Blood in the mobile" von Frank Piasecki Poulsen. (Screenshot Youtube "Blood in the mobile")
Seit Computer nicht mehr nur technische Geräte sind, sondern auch Lifestyle-Produkte, ist es den Kunden nicht mehr egal, unter welchen Umständen ihr Gerät hergestellt, wie dessen Rohstoffe gewonnen und unter welchen Arbeitsbedingungen es produziert wurde. Wie ökologisch die Gesamtbilanz unserer Computer und Mobiltelefone eigentlich ist, fragen wir im Tagesthema.
Mit der rasanten Herstellung von PCs und Smartphones entstehen Probleme, die vielen Verbrauchern nicht bewusst sind. Es fängt beim Abbau der Rohstoffe an, die für die Anfertigung von Handy und Computer notwendig sind: seltene Metalle wie zum Beispiel Coltan und Kobalt, die unter fragwürdigen menschlichen Bedingungen in afrikanischen Ländern gefördert werden.
"Fair IT" fürs makellose Image
Das passt zu keinem Image. Apple hat den Trend zum Lifestyle-Computer zuerst gesetzt und ist nun ganz besonders von dieser neuen Entwicklung betroffen. Am 7. März stellt der Konzern die dritte Generation des iPads vor. Damit kein Schatten auf das makellose Image fällt, berichtet der Konzern schon seit einiger Zeit, wie korrekt sich nicht nur das eigene Unternehmen, sondern auch die Zulieferer verhalten.
Auf der Computermesse Cebit hingegen spielt das Thema "Fair IT" kaum eine Rolle. Im Tagesthema gehen wir den Fragen nach, wie fair sich Computer, Smartphones und Tablets heute wirklich produzieren lassen und wie sehr sich das in Zeiten der globalen Arbeitsteilung überhaupt kontrollieren lässt.
Der Druck der Konsumenten
Ein Gespräch mit dem Online-Journalisten Janko Röttgers
Apple-Zulieferer Foxconn steht immer wieder in der Kritik, auch wegen Selbstmorden der Belegschaft. (sehroiber | flickr | CC BY-NC 2.0)Der Apple-Zulieferer Foxconn - der auch für Samsung, Dell oder Sony produziert - geriet schon 2010 wegen einer Selbstmord-Serie einiger Arbeiter in die Kritik. Anfang des Jahres berichtete die New York Times wieder über lange Arbeitszeiten, unzureichenden Arbeitsschutz und Unfälle mit Todesopfern.
Das wirft auch auf all die Firmen ein schlechtes Licht, von denen Foxconn Aufträge erhält. Aber Apple trifft es besonders, meint der in San Francisco lebende Online-Journalist Janko Röttgers: Kein anderes Unternehmen der Branche sei so abhängig von seinem guten Image. "Die Menschen hier erwarten nicht, dass Apple alle Arbeitsplätze in die USA verlagert", sagt Röttgers, "aber die schlechten Arbeitsbedingungen bei Foxconn werden hier durchaus wahrgenommen."
"Fair IT" ist in China noch kein Thema
Ein Gespräch mit dem China-Korrespondenten Markus Rimmele
Arbeiterinnen im Foxconn-Werk in Longhua, China, wo Mitarbeiter drohten sich umzubringen. (picture alliance/ANN / China Daily | Edmond Tang)Die Selbstmordserie bei Foxconn sorgte weltweit für Schlagzeilen: Verbot von Gewerkschaften, unbezahlte Überstunden, Kinderarbeit. Der Hersteller der Geräte vieler internationaler Elektronikkonzerne war in Verruf geraten. Was kritische Konsumenten im Westen als unfair kritisieren, empfindet man in China keineswegs so: Da sind die Arbeitsplätze bei den internationalen Produzenten begehrt, denn in vielen Branchen sind die Verhältnisse im innerchinesischen Vergleich viel schlimmer.
Faire, grüne Computer kein Thema
Ein Gespräch mit Christof Windeck, Hardware-Redakteur der Computerzeitschrift c't
Samsung erhält auf der "Greener Electronic"Skala von Greenpeace den 7. Platz. 4.1 von 10 Punkten. (Samsung)"Fair IT" ist auf der Cebit kein Thema. Green IT jedoch, also das ökologische Herstellen und Betreiben von Computern, setzt sich mehr und mehr durch. Aber nicht aus Umweltschutzgründen, sondern weil es einfach billiger ist, mit weniger Material und weniger Stromverbrauch zu arbeiten. IT-Technik wirkt immer umweltfreundlicher, weil sich das Energie- und Ressourcensparen für die Unternehmen lohnt.
"Faire Smartphones gibt es nicht"
Ein Gespräch mit Cornelia Heydenreich von der Organisation Germanwatch
RIM (Blackberry) erhält auf der "Greener Electronic"Skala von Greenpeace den letzten Platz: 1.6/10. (dpa | picture alliance | RIM)Den wenigsten Verbraucher sind die Bedingungen bekannt, unter denen Smartphones oder Tablet-PCs produziert werden. "Es gibt im Moment keine Fair-Trade-Smartphones oder -Laptops", sagt Cornelia Heydenreich von der Entwicklungs- und Umweltorganisation Organisation Germanwatch. "Die IT-Branche ist weit davon entfernt, fair produzierte Geräte herzustellen."
Die größten Probleme sind Arbeitszeiten wie eine Sechs- bis Sieben-Tage-Woche oder drei Arbeitsmonaten am Stück ohne einen freien Tag. Dazu gehören auch gefährliche Arbeitsschritte, wie die Berührung mit giftigen Substanzen bei der Säuberung von iPhone-Touchscreens.
Apples Rechenschaftsbericht
Gespräch mit Konstantin Zurawski
Apple erhält auf der "Greener Electronic"Skala von Greenpeace den vierten Platz: 4.6 von 10 Punkten. (brianjmatis | flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Apple hat einen "Supplier Responsibility Progress Report” für 2012 herausgegeben. Darin wird erläutert, welche Kriterien Apple an eine faire Produktion legt, wie Apple versucht, die Einhaltung der Kriterien zu überprüfen und wie das ganze Thema "Fair Trade“ bei Apple in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Im Supplier Responibility Report gibt Apple Auskunft über die Arbeitsbedingungen bei den Zuliefern. Es gibt noch viel zu verbessern.
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