Samstag, 25. Mai 2013

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Fernsehen Keine "Absolute Mehrheit" für Raab  

Sebastian Sonntag über ein neues Format im Polittalk

Stefan Raab steht vor einem Bundeadler, darin steht AM
Stefan Raab will die "Absolute Mehrheit" (picture-alliance | dpa | Henning Kaiser)

"Absolute Mehrheit" so heißt die neue Show, mit der Stefan Raab und Pro-Sieben-Chefredakteur Peter Limbourg die Welt der Polittalks revolutionieren wollen.

Das Konzept: Vier Politiker und ein Bürger diskutieren 90 Minuten lang - unterbrochen von Werbepausen - über drei Themenbereiche. Während der Sendung können Zuschauer anrufen und für den Gast abstimmen, der ihnen am besten gefällt. Wer am unbeliebtesten ist, fliegt raus. Schafft es einer der Gäste während der Diskussion so zu überzeugen, dass eine absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der Fernsehzuschauer für ihn abstimmt, gewinnt dieser 100.000 Euro.

Raab muss sich beweisen

Vor der Sendung gab es reichlich Kritik an Raab. Auf sueddeutsche.de stand: "Ausgerechnet Raab, möchte man einwenden, der Moderator, der sich so schlecht wie kaum ein anderer im deutschen Fernsehen auf seine Gäste bei "TV total" vorbereitet. Um nicht zu sagen: gar nicht. Man kann ihn sich denn auch nicht vorstellen, wie er eine politische Diskussion leiten, wie er seine Gäste mit gezielten Fragen triezen und sie auch mal in bester Frank-Plasberg-Manier zurechtweisen würde, wenn sie mit falschen Fakten hantieren. Das ist nicht Raabs Metier."

Es hagelte Absagen

Kritik kam auch von Seiten der Politik. Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte: Wer Geld für Meinungen aussetzte, bestelle Meinungen für Geld. Raab erwiderte, er wolle mit dem neuen Format, junge Leute für Politik begeistern. Das war gar nicht so leicht, hatten doch einige Gäste abgesagt: Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte kurzfristig abgesagt, weil sich die Gästeliste geändert hatte. Auch NRW-Landesmutter Hannelore Kraft hatte zuvor auf eine Teilnahme verzichtet.

Keine 100.000 Euro für die FDP

Stattdessen waren der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann, der Fraktionsvorsitzende der Linkenfraktion im Bundestag, Jan von Aken und Wolfgang Kubicki, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein, im Studio. Als Bürgerin nahm die Unternehmerin Verena Delius an der Talkshow teil. Gewonnen hat am Ende Wolfgang Kubicki - zur absoluten Mehrheit fehlten ihm aber 8 Prozentpunkte.

Die Reaktionen auf "Absolute Mehrheit"

Die Reaktionen auf "Absolute Mehrheit" sind gemischt. Bei Facebook und Twitter liest man über die Sendung viel Negatives: langweilig, belanglos und der Fremdschämfaktor sei zu hoch. Norman Knaus fragt bei Twitter, ob wir eine absolute Mehrheit bekämen, um die Sendung ganz schnell wieder abzusetzen.

Die nächste Chance kommt bestimmt

RP Online schreibt: "Raabs Experiment fährt vor die Wand". Auch faz.net ist skeptisch, ob das Konzept in Zukunft aufgehen wird: "Es kann gut sein, dass es Stefan Raab auch in Zukunft schwer haben wird, große Namen in das doch etwas improvisierte Studio in Köln-Mühlheim zu locken, aber es werden sich im Polit-Betrieb immer genug Zukurzgekommene und notorische Querulanten finden, die denn doch erscheinen und unter diesem verhunzten Bundesadler den Affen machen, ob nun begierig auf das Geld oder die Aufmerksamkeit. Und tatsächlich ist es ja auch vollkommen egal, wer die vorgestanzten Phrasen herunterleiert."

 Die BZ Berlin findet nicht alles an der Sendung belanglos: "Viel Klamauk, aber auch viele Pointen, kurze Reden, hohes Tempo, Raab gnadenlos direkt. Das Konzept, mehr junge Leute für Politik zu interessieren, hat gute Chancen. Zuschauen lohnt sich!"

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