Fernsehen Salafisten in deutschen Talkshows
Thomas Baumann, ARD-Chefredakteur, und Wolfgang Baake, Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, zum Umgang mit Salafisten in Talkshows
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- Die ARD-Talkshow-Moderatoren Frank Plasberg (l-r), Sandra Maischberger, Günther Jauch, Anne Will und Reinhold Beckmann (picture alliance / dpa /ARD/Marco Grob)
Von einem "Wolf im Schafspelz" spricht der Journalist Wolfgang Baake. Ein Auftritt wie der des Salafisten Hassan Dabbagh bei "Maischberger" sei Werbung. Diesen Vorwurf findet ARD-Chefredakteur Thomas Baumann nicht gerechtfertigt. Anders läge der Fall, "wenn wir jemanden einfach seine Thesen darstellen lassen – und zwar unreflektiert und unwidersprochen." Das sei aber nicht passiert.
Mit fast zwei Millionen Zuschauern ist die Talkshow "Menschen bei Maischberger" eines der erfolgreichsten Talkformate im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Vergangene Woche war die ARD-Sendung schon im Vorfeld in aller Munde. Maischberger hatte - bereits zum zweiten Mal - einen der bekanntesten Wortführer der Salafisten, Hassan Dabbagh, eingeladen. Debattiert wurde, teils mit heftigem Tumult, über die Frage: "Die Salafisten kommen: Gehört dieser Islam zu Deutschland?"
Weder Salafisten, noch Links- oder Rechtsradikalen ein Forum bieten
Schon im Vorfeld wurde Kritik an der Einladung des Salafisten laut. Diese Art der Werbung sei effektiver als die umstrittene Koran-Verteilung, sagt Wolfgang Baake, der Beauftragte der "Deutschen Evangelischen Allianz" am Sitz des Bundestages und Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP. Und weiter: "So wie es eigentlich zur Selbstverständlichkeit eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsenders gehören sollte, dass man keine Links- und Rechtsradikale in eine Sendung einlädt und ihnen eine Plattform für ihre Ideologien bietet, so sollte man auch den Salafisten keine Plattform bieten."