Festsaal "Wir sind ein Volk!"
Das Vorlesungsverzeichnis für den 3. Oktober
Aus den Hörsaal-Sendungen der vergangenen Monate haben wir für den Festsaal am 3. Oktober die besten Vorträge rund um die Entstehung der Bundesrepublik, die Bildung eines einheitlichen Europas, die demografische Entwicklung und die deutsche Sprache zusammengestellt.
Erst riefen die demonstrierenden DDR-Bürger im Herbst 1989: "Wir sind das Volk!" Später riefen sie: "Wir sind ein Volk!" Die Proteste gegen die SED-Staatsführung mündeten im Fall der Mauer am 9. November 1989. Der "Tag der Deutschen Einheit" jedoch wurde schließlich auf den 3. Oktober 1990 gelegt. So steht es im Einigungsvertrag. Der 9. November war schon mit dem Gedenken an die Reichspogromnacht im Jahr 1938 belegt.
Deutschland, Europa und das Amt des Bundespräsidenten
Der 3. Oktober erinnert auch in diesem Jahr an den Beitritt der neuen Bundesländer zur Bundesrepublik Deutschland. Im Hörsaal gibt es heute weder schlichte Feierei noch ausufernde Proteste - hier stehen Informationen zur Einheit im Fokus. In unseren Festsälen behandeln wir die Historie Deutschlands inmitten eines immer bedeutsamer werdenden Europas. Wir schauen auf Bestimmungen in unserem Grundgesetz und auf die Besonderheit des deutschen Föderalismus. Wegen des Rücktritts von Christian Wulff diskutieren wir auch das "Amt des Bundespräsidenten in der Krise".
Aussterbende Sprachen in Europa
Zur Zukunft der Demokratie gehört auch die Entwicklung seltener deutscher Sprachen wie des Zimbrischen, des Fersentalerischen und des Sorbischen. Und schließlich spielt die demografische Entwicklung mit all ihren Vor- und Nachteilen eine zentrale Rolle. Zu den Festsälen sehen Sie Illustrationen der Grafikerin Chrissie Salz.
(Chrissie Salz)
(Chrissie Salz)
Das Vorlesungsverzeichnis
Festsaal, 6 Uhr
Die deutsche Frage und Europa - ein Vortrag der Historikerin Gabriele Clemens
Aus der Reihe Akademievorlesungen 2011/2012 der Akademie der Wissenschaften in Hamburg stammt der Vortrag "Deutschland und Europa: Wächst zusammen, was zusammen gehört?" Darin befasst sich Gabriele Clemens mit den wechselseitigen Beziehung zwischen der deutschen Frage und der europäischen Integration.
Festsaal, 7 Uhr
Das christliche Abendland ist eine Fiktion - Vortrag des Mittelalterhistorikers Michael Borgolte
Der Historiker Michael Borgolte spricht über das deutsche Geschichtsbild im Zeichen von Europäisierung und Globalisierung. "Das christliche Abendland ist eine Fiktion", sagt er und grenzt sich damit ab von einer verbreiteten Ansicht über das europäische Mittelalter.
Festsaal, 8 Uhr
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus - Vortrag des Juristen Burkhard Hirsch
Nach 1945 seien nationale und europäische Institutionen ohne Zustimmung des deutschen Volkes entstanden, beginnt Burkhard Hirsch seine Überlegungen. Er erklärt, inwieweit dieser Grundsatz des deutschen Rechts noch stimmt und wie er mit der Demokratie vereinbar ist.
Zwei Bundespräsidenten - zwei Herkünfte: Christian Wulff (l.) und Joachim Gauck. (Chrissie Salz)
Ein Volk, ein Staat und trotzdem hat jedes Bundesland ganz eigene Regeln. (Chrissie Salz)
Festsaal, 9 Uhr
Kultur und Föderalismus - Vortrag von Julian Nida-Rümelin, LMU München
Der ehemalige Kultur-Staatsminister Julian Nida-Rümelin über Kulturpolitik in Italien und Deutschland. Er zieht Parallelen zwischen der Kulturpolitik in beiden Ländern. Er betont jedoch, dass diese Gemeinsamkeiten erst recht spät entstanden seien.
Festsaal, 10 Uhr
Das Amt in der Krise - Diskussion der Stiftung "Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus"
Unter der Leitung von Thomas Hertfelder, Geschäftsführer der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, diskutierten der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht Udo Di Fabio und Stephan Detjen, Leiter des Hauptstadtstudio Berlin des Deutschlandradios über das Amt des Bundespräsidenten.
Festsaal, 11 Uhr
Die Zukunft der Demokratie, Teil 1 - Vortrag von Julian Nida-Rümelin, LMU in München
Die Demokratie: Nicht nur in der Bundesrepublik scheint sie zu erodieren. Das Phänomen des "Wutbürgers" ist dafür ebenso ein Zeichen wie die Politik- oder besser Politikerverdrossenheit. Kann mehr direkte Demokratie die Rettung der Demokratie sein?
Die Deutsche Einheit - ein langer Weg (Chrissie Salz)
Was zählt mehr: Europa oder die einzelnen Nationalstaaten? (Chrissie Salz)
Festsaal, 12 Uhr
Die Zukunft der Demokratie, Teil 2 - Vortrag des Staatsrechtlers Horst Dreier
Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland benennt und ermöglicht Formen der direkten Demokratie, jedoch sind sie nicht im Einzelnen ausgeführt. Ganz anders sehen das verschiedene Landesverfassungen vor. Horst Dreier stellt das Pro und Kontra der direkten und der repräsentativen Demokratie in ihren feinen Verästelungen vor.
Festsaal, 13 Uhr
Die Zukunft der Demokratie, Teil 3 - Vortrag des Sozialwissenschaftlers Hauke Brunkhorst
Die Europäische Union leidet unter einem Legitimationsdefizit. Diese Diagnose wurde ihr in den letzten Jahrzehnten häufig und immer wieder gestellt. Niemals aber wurde diese Problematik so deutlich wie derzeit angesichts des glücklosen Kampfs der europäischen Länder gegen die Schuldenkrise. Der Sozialwissenschaftler Hauke Brunkhorst spricht über Demokratie in der europäischen Krise.
Festsaal, 14 Uhr
Die Zukunft der Demokratie, Teil 4 - Vortrag des Informatikers Volker Wulf
Der Informatiker Volker Wulf spricht über digitale Medien als Instrumente politischer Partizipation. Welche Rolle spielt das Internet aber tatsächlich für politische Teilhabe und politischen Wandel?
Sorben sind eine Minderheit, ihre Sprache ist bedroht. (Chrissie Salz)
Alles auf Anfang: Deutschland nach der Einheit (Chrissie Salz)
Festsaal, 15 Uhr
Gegen das Verschwinden - Vortrag des Geschichtswissenschaftlers Timo Meškank
Die Sorben sind eine von vier anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland. Über die Jahrhunderte wurde ihre Kultur und Sprache zurückgedrängt, so dass viele Sorben heute nicht einmal mehr Sorbisch sprechen. Timo Meškank über die Sorben, das Sorbische und den fortschreitenden Niedergang der Sprache.
Festsaal, 16 Uhr
Die letzten ihrer Art - Vortrag der Germanistin Birgit Alber
Laut Unesco ist mehr als die Hälfte der weltweit über 6000 gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht. 200 Sprachen sind während der letzten drei Generationen bereits verschwunden. Birgit Alber stellt die Minderheitensprachen Zimbrisch und Felsentalerisch vor.
Festsaal, 17 Uhr
Die Serie Generationendialog von DRadio Wissen, Deutschlandfunk, den Dresdner Neuesten Nachrichten und der Körber-Stiftung befasst sich mit der Frage, wie wir das Altern gestalten können.
Die Friedliche Revolution 1989 (Chrissie Salz)
Mit der Einheit kam die Altersarmut. (Chrissie Salz)
Festsaal, 18 Uhr
Unter der Kuppel der Dresdner Frauenkirche unterhielten sich die Schriftsteller Tanja Dückers und Christoph Hein. Die Gesprächsleitung hatte Ralf Müller-Schmid von DRadio Wissen. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Christine Lüders hielt einen Vortrag über das Altern.
Festsaal, 19 Uhr
Die Zukunft des Alterns, Teil 3 - Vortrag des Literaturwissenschaftlers Hans-Georg Pott
"Altersdemenz und das Wissen der Literatur". Erinnern und Vergessen gehören zum Kern des Menschseins – kein Wunder dass sich die Literatur immer wieder damit befasst. Den Vortrag hielt der emeritierte Professor Hans-Georg Pott von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.