Mittwoch, 19. Juni 2013

Natur /

Flieẞgewässer Die Selbstheilung des Rheins  

Arndt Reuning über das Ökosystem im Rhein

Möwen am Rhein
Der Rhein regeneriert sich selbst - immer wieder. (Christoph Aron | Flickr | cc-by-2.0)

In den 1970er Jahren galt der Rhein noch als Abwasserkanal, heute hat sich die Wasserqualität erheblich verbessert, viele Tiere und Mikroorganismen kamen zurück. Dazu kamen auch solche, die es dort vorher nie gab.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Wasserverschmutzungen. Zuletzt geschehen im September 2012, als aus einer Kläranlage der BASF in Ludwigsburg eine halbe Tonne chemischer Abfälle in den Rhein flossen. Cyclododecanon ist ein Zwischenprodukt aus der Nylonproduktion, das für Lebewesen im Wasser giftig ist. Doch wegen der Verdünnung des Produkts soll es nicht zu einer Gefährdung von Wasserorganismen gekommen sein.

Klärwerke retten den Rhein

Wenn es nicht zu solchen Unfälle kommt, tragen Kläranlagen entscheidend zur guten Wasserqualität im Rhein bei. Noch in den 1960er Jahren leiteten Kommunen ihre Abwässer ungeklärt in den Fluss. Die Folge: ein massives Artensterben und ein extremes Algenwachstum.

Die Sandoz-Katastrophe

Zu einer der schwersten Belastungen für den Rhein kam es 1986, als in Basel eine Lagerhalle der Chemiefirma Sandoz brannte. Das Löschwasser schwemmte einen regelrechten Chemie-Cocktail in den Rhein. Fische, Aale und wirbellose Tiere starben. Zwei Jahre dauerte es, bis sich das Ökosystem erholt hatte. Heute bedrohen vor allem im Wasser gelöste Medikamente die Tiergesellschaft im Fluss. 



Weiterführende Information

Fische - Die Treppe zum Laichplatz
In den kommenden 15 Jahren müssen alle fließenden Gewässer mit Fischtreppen ausgestattet werden.
(Natur vom 02.05.2012)

Invasive Arten - Der Natur ihren freien Lauf lassen
Hat sich eine eingewanderte Art erst einmal breitgemacht, ist es schwer, sie wieder los zu werden.
(Natur vom 16.04.2012)

Frachtschifffahrt - Blinde Passagiere im Ballastwasser
Täglich kreuzt eine Flotte von rund 80.000 Schiffen auf den Weltmeeren. Die Frachter transportieren dabei Ballastwasser, um stabil in den Wellen zu liegen.
(Natur vom 08.09.2011)

Ökosystem - Stunde Null im Boden
Eine dicke Schicht Ton, darauf ein paar Meter toter Sand. In einem ehemaligen Tagebau bei Cottbus wurde vor ein paar Jahren ein künstlicher Tafelberg aufgeschüttet
(Natur vom 16.05.2011)

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