Flugzeugabsturz "Es war unsere einzige Möglichkeit"
Anne Herrberg hat 40 Jahre nach dem "Wunder der Anden" einen der Überlebenden getroffen
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- Eine Aufnahme der Rettungsmannschaft zeigt das schneebedeckte Flugzeugwrack in den chilenischen Anden, davor eines der Opfer. (picture alliance / dpa)
Sie konnten nur überleben, weil sie ihre toten Kollegen aßen - verschollen in den Anden, bei eisigen Temperaturen. Heute sind die Überlebenden von Flug 571 als Redner und Trainer unterwegs.
Es war Freitag der 13. im Oktober 1972, und die Rugby-Mannschaft Old Christians Club aus Montevideo war auf dem Weg zu einem Freundschaftsspiel in Santiago de Chile. Doch über den Anden geriet der Fuerza-Aérea-Uruguaya-Flug 571 in Turbulenzen und stürzte ab, mitten hinein in eine der höchsten, längsten und breitesten Bergketten der Welt. 27 der 45 Insassen überlebten den Absturz.
Nur Angst und Tod
"Ums uns herum waren nur Tod, Angst, Ausweglosigkeit. Wir trugen alle Frühlingskleidung, Mokassins, leichte Hemden, einige Schwerverletzte starben in der ersten Nacht", erzählt Gustavo Zerbino, einer der Überlebenden.
72 Tage lang harren sie bei teils Minus 30 Grad aus. Durch Lawinen sterben weitere Menschen. Schließlich machen sich die zwei körperlich Fittesten auf. Zehn Tage lang kämpfen sie sich über Bergmassive, durch Eis und Schnee - und erreichen tatsächlich das Tal. Ein Hirte, Sergio Catalan, findet die beiden erschöpften Männer und verständigt die Polizei. Kurz vor Weihnachten, 73 Tage nach dem Absturz, können 16 Überlebende aus den Anden gerettet werden.
Gustavo Zerbino (re.) mit dem Hirten Sergio Catalan (re.) (Gustavo Zerbino)
Das Unmögliche versuchen
"Es gibt keine außergewöhnlichen Menschen. Ob wir Erfolg haben oder scheitern hängt allein davon ab, wie wir unsere Energie einsetzen", sagt Zerbino heute. "Ich stehe hier und repräsentiere die 16 Überlebenden, aber auch die 29 Toten, die wir für immer in uns tragen und dank derer wir überleben konnten."