Forensik Verräterische Pollen
Tobias Ruhland über Pollenkörner, die helfen, Verbrechen aufzuklären
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- Die Schönheit von mikroskopischen Makroaufnahmen dürfte Allergikern schnurz sein. (rikarends | Flickr | CC BY 2.0)
Pollen bleiben überall kleben - setzen sich ganz schön lange fest. Das kann Forensikern wichtige Informationen liefern: Pollen verraten ihnen zum Beispiel, wo ein Verbrechen stattgefunden hat.
Pollen entkommt man nicht, der feine Blütenstaub ist einfach überall. Selbst wenn ihr euren Pulli ein Dutzend Mal wascht, die Pollen bleiben einfach in den Fasern hängen. Das klingt fast wie eine Drohung - kann für Forensiker aber sehr hilfreich sein.
Tatsächlich können Pollen dazu beitragen, Verbrechen aufzuklären. Etwa wenn der Fundort einer Leiche nicht mit dem Tatort übereinstimmt. Forensische Palynologie heißt dieser Bereich in der Kriminalistik, der zum Bedauern vieler Pollenforscher - und zum Glück so mancher Verbrecher - bisher nur eine kleine Rolle spielt.
Pollen weisen auf den Tatort hin
Vor allem in Österreich und Neuseeland nutzen Polizisten Pollen als kriminalistischen Hinweis. Denn Pollenkörner haften an Verdächtigen und Opfern für lange Zeit. Werden auf einer Leiche Spuren von Blütenstaub gefunden, können Polizisten durch deren Analyse Tatzeit und Tatort bestimmen. Denn die Pollenkörner können einer bestimmten Blühsaison zugeordnet werden. Wer die Pflanzenart identifiziert, von der sie stammen, erhält Hinweise darauf, welche Pflanzen in der Umgebung des Tatorts vorkommen.