Fracking Die Aufreißmethode
Wie Erdgas aus kleinsten Poren im Schiefergestein gewonnen wird und welche Folgen das haben kann
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- Mit Hilfe von Fracking könnten die USA bald zum Gas-Exporteur avencieren. (JustinWoolford | flickr | cc by-nc-sa 2.0)
Es ist das neuste und umstrittenste Abbau-Verfahren für Erdgas: Fracking. Laut eines aktuellen Gutachtens des Umweltbundesamts und des Bundesumweltministeriums soll Fracking in Deutschland erlaubt werden, allerdings unter strengen Auflagen. Unterstützt wird das Vorhaben von Umweltminister Peter Altmeier, die Opposition ist dagegen. Beide Seiten haben gute Gründe.
Gerade einmal 14 Prozent des deutschen Gasbedarfs stammen aus einheimischem Vorrat - mit Hydraulic Fracturing könnte die Menge um ein bis zwei Prozent erhöht werden. Im Unterschied zu herkömmlichem Abbau, bei dem riesige unterirdische Gasblasen angebohrt und abgezapft werden, geht es bei Fracking um mikroskopisch kleine Gasbläschen, die in den Poren von Schiefergestein gefangen sind. Das Gas wird mit hydraulischem Druck gewonnen - also mit Wasser, das in den Schiefer gepresst wird und Risse verursacht, damit das Gas entweichen kann.
Wirtschaftlicher Erfolg vs. Unfälle und Umweltschäden
Seit 2006 boomt Fracking in den USA und dadurch auch die Gasproduktion des Landes. Trotz bekannter Unfälle findet Widerstand aus der Bevölkerung nur bedingt Gehör. Vor zwei Jahren kam in Pennsylvania ein Mann im eigenen Haus ums Leben. Gas war aus den Fracking-Quellen in den Tank des Hauses hoch gestiegen und führte beim Anzünden einer Kerze zu einer heftigen Explosion. Umstritten sind vor allem die Chemikalien, die der Frack-Lösung beigemischt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass die toxische Lösung ins Grundwasser sickert, Flüsse verseucht und Trinkwasser vergiftet.
Gas in Schieferlage
Wissenschaftsjournalistin Dagmar Röhrlich erklärt, wie Fracking funktioniert
Bohrmeister Robert Kerst zeigt ein Bohrgestänge für das Fracking-Verfahren. (dpa | Ingo Wagner)Erdgas, eingeschlossen in Poren von schwarzem Schiefergestein, ist das Objekt der Begierde beim Fracking. Um es anzuzapfen, werden Millionen Liter eines Wasser-Chemikalien-Gemischs in den Boden gepumpt. Dadurch entstehen Risse im Gestein und das Gas kann austreten. Allerdings muss die Flüssigkeit danach sicher gelagert oder aufbereitet werden - doch daran halten sich nicht alle, die Schiefergas fördern.
Vom Gas-Importeur zum Gas-Exporteur?
Wirtschaftsjournalist Markus Gärtner über den Gas-Hype der Amerikaner
Förderung von Schiefergas mittels Fracking birgt Chancen, aber auch Risiken. (Jim Lo Scalzo | dpa/EPA)Für die US-Wahl im November ist das Thema von großer Bedeutung: Durch Fracking könnten die USA vom Gas-Importeur zum Gas-Exporteur werden und mit ihrer Gasproduktion Saudi Arabien und Russland überholen. Die Amerikaner versprechen sich durch die neue Abbau-Methode 3,6 Millionen Arbeitsplätze. Trotz wiederholter Unfälle wie Explosionen hält sich der Widerstand der Bevölkerung in Grenzen.
Wiederholung vom 31.07.2012
Risse im Gestein
Der Wissenschaftsjournalist Karl Urban über die Risiken für das Grundwasser
Attac-Aktivisten demonstrieren gegen die Fracking-Methode. (dpa | Friso Gentsch)Das Erdgas soll raus aus der Erde, deshalb pumpen Experten einen Cocktail aus Wasser und Chemikalien in sie hinein. Durch komplizierte Verfahren in speziellen Rohren kommt die Flüssigkeit wieder an die Oberfläche, ohne unterwegs das Grundwasser zu verschmutzen. Allerdings sind die Rohre nicht immer dicht, Pannen unvermeidlich. Wenn etwas passiert, merken es die Experten nicht einmal sofort.
CNN explains: Fracking (CNN | Youtube)