Fußball Für Vaterland und Liebe
Die Sozialpsychologin Dagmar Schediwy hat erforscht, was den Fan auf die Meile treibt.
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- Der Erfolg der eigenen Nationalmannschaft bügelt das Ego der Fans. (LordKhan | flickr | cc by-nc-sa 2.0)
Konkurrenz kann nirgendwo offener ausgelebt werden als im Sport - auf dem Fußballfeld tobt ein Ersatzkrieg: Je besser die eigene Nationalmannschaft spielt, desto besser geht es dem Ego. Der Selbstwert steigt.
Wie ist es möglich, dass eine Fußballmannschaft zum Liebesobjekt von Millionen Menschen wird? Dass ihr Erfolg oder Nichterfolg den Fan in Euphorie oder Depression stürzt? Dagmar Schediwy hat es heraus gefunden: Wie bei keiner anderen öffentlichen Veranstaltung ist es beim Fußball erlaubt, Patriotismus und Konkurrenzverhalten zu zeigen - erst recht bei WM und EM.
Liebe - zu wem oder was?
Doch es gibt auch zartere Gefühle, die einen Fan an ein Team binden. Häufig ist es die Suche nach einer Liebe, die über eine Partnerschaft hinaus geht - Fantum als Religion. Im Fan-Sein kann sich auch eine narzisstische Liebe ausdrücken: In den durchtrainierten Vielverdienern auf dem Feld liebt der Fan das Idealbild seiner selbst.
Liebe mit Bedingungen
Wobei sich die Liebe zur Nationalmannschaft von der zum Verein unterscheidet: Anhänger des Nationalteams ist man, so lange es gewinnt. Wenn nicht, verschwinden die schwarz-rot-goldenen Fähnchen. Mit "seinem" Verein aber geht man durch dick und dünn.