Fußball Millionen für ein verschwitztes Trikot
Thomas Mersch rechnet zusammen, wie Fußballvereine mit dem Trikot gleich dreifach verdienen.
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- Ein Tabubruch - Jägermeister auf dem Trikot von Eintracht Braunschweig - hier bei Paul Breitner. (picture-alliance | dpa | Werner Baum)
Nicht nur die Werbung auf der Spielerbrust füllt die Kassen der Klubs – auch die Sportartikelhersteller zahlen einiges dafür, dass die Klubs ihre Trikots tragen. Die Summen sind enorm.
Anfang der 70er Jahren war Werbung auf dem Fußballtrikot verpönt – bis Jägermeister-Chef Günter Mast 1973 das Tabu brach und als Präsident von Eintracht Braunschweig die Kicker mit dem Logo seines Kräuterschnapses auflaufen ließ.
Inzwischen ist die Werbung auf der Spielerbrust für viele Klubs zur wichtigen Einnahmequellen geworden. Knapp 120 Millionen Euro hat die Bundesliga in dieser Saison damit eingespielt, allein 20 Millionen Euro davon erhält der deutsche Rekordmeister FC Bayern München von der Deutschen Telekom.
Starke Präsenz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
Zwar schneiden die spanischen Spitzenklubs FC Barcelona und Real Madrid noch besser ab. Doch insgesamt verdienen die Bundesligavereine deutlich mehr als die Konkurrenz in Spanien und auch in Italien. Sie verdanken das der starken Präsenz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – die Sponsoren erzielen so hohe Reichweiten.
Nur die englische Premier League setzt mit der Trikotvermarktung noch etwas mehr um als die Bundesliga, weil sie weltweit viel mehr Fans hat. Auch internationale Präsenz ist ein wichtiges Argument für die Unternehmen, die im Fußball Reklame machen.
Die Rolle der Sportartikelhersteller
Nicht nur die Werbung auf der Spielerbrust füllt die Kassen der Klubs – auch die Sportartikelhersteller zahlen einiges dafür, dass die Klubs ihre Trikots tragen. 330 Millionen Euro nahmen die Vereine der fünf großen Ligen Europas damit in dieser Spielzeit ein.
Zusätzliches Geld bringt das Trikot beim Verkauf an die Fans – bei einem Preis von 40 bis 80 Euro je nach Klub und Liga kommen noch einmal einige Millionen zusammen. Und die Fußball-Europameisterschaft im Juni wird den Handel mit den Fußballerhemden noch einmal mächtig ankurbeln.