Gamescom Browsergames werden erwachsen
Webschau mit Sebastian Sonntag
Fünf Tage lang hat sich in Köln alles um Computer- und Videospiele gedreht. Die neuesten Trends in der Zusammenfassung.
Browsergames sind Spiele, die direkt per Internetexplorer oder Firefox gespielt werden. Diese werden komplexer und sehen immer besser aus. Olaf Wolter, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware, sagte dazu: "Digitale Geschäftsmodelle wie Downloads, Spiele-Apps, Online-Abonnements oder der Verkauf virtueller Güter im Rahmen von Online- und Browserspielen sind stark im Kommen und machen mittlerweile etwa 26 Prozent des Gesamtumsatzes aus." Damit hat sich der Umsatz, der mit Spielen im Netz gemacht wird, im Gegensatz zum Vorjahr verdreifacht.
Social Games
Ein weiterer Trend bei den Internetspielen sind Social Games, die man in Sozialen Netzwerken wie Facebook spielen kann. Dazu gehören Farmville oder Mafia Wars. Ihr Vorteil: Man kann leicht viele Menschen erreichen.
Sina Kaufmann von Wooga sagt dazu: "Wenn wir Spielen als menschliches Grundbedürfnis ansehen, was ich glaube, jeder schon mal bei sich entdeckt hat, dann ist die Frage warum Computerspiele bisher nur eine kleine Zielgruppe angesprochen haben, nämlich Jungs zwischen 12 und 35. Und Social Games sind ganz einfach zu spielen, die haben ganz einfache, niedrige Einstiegshürden und sind somit Spiele für Jedermann."
Zeit Online schreibt über die Facebook-Version des Spieleklassikers Civilisation. Google Plus hat ebenso das Potenzial von Social Games erkannt und eine Handvoll Spiele online gestellt.
Spiele für das Smartphone
Gelegenheitsspieler erreicht die Spielebranche per Smartphones und mit bewegungsgesteuerten Spielen. Doch das funktioniert - wie die Beispiele Sony und Microsoft mit Move und Kinect zeigen - nicht immer gut. Zum Teil werden Bewegungen nicht übertragen, schreibt der Standard.
Außerdem hat sich in Sachen Spieleentwicklung in diesem Segment nicht sehr viel getan. Auf der Gamescom wurden jedoch neue Spiele für diesen Bereich angekündigt: Das sind vor allem Spaß- und Sportspiele. Ernsthafte Action oder Strategiespiele mit Bewegungssteuerung gab es auf der Gamescom kaum zu sehen.
3-D-Spiele
Ein weiterer Trend waren 3-D-Spiele. Nintendo hatte mit einer tragbaren Konsole vorgelegt, an der man ohne Brille spielen konnte. Mittlerweile wurden auch die Preise dafür gesenkt. Linda Breitlauch von der Mediadesign Hochschule Düsseldorf ist jedoch unsicher, ob sich der 3-D-Hype durchsetzt: "Es ist einfach anstrengend, lange da vor zu sitzen. Man hält es einfach nicht länger als zwei, drei Stunden aus in der Regel. Also das ist zumindest die Wahrnehmung der meisten Spieler."
Spiele-Fortsetzungen
Ähnlich wie bei großen Blockbuster-Filmen gibt es auch in der Spielebranche den Trend zur Fortsetzung: Diablo 3, Starcraft 2, Uncharted 3, Battlefield 3, Modern Warfare 3. Generell setzten die großen Publisher auf Altbewährtes. Das mag daran liegen, dass den Herstellern, der Mut zum Risiko fehlt. Es gibt aber durchaus innovative Fortsetzungen von Spielen.
Die Gamescom wirkt
Dieses Jahr war bei der Gamescom so viel los, wie nie zuvor. Am Wochenende wurden zeitweise keine Besucher mehr eingelassen. Der Blogger Paladin Fenris schildert seine Eindrücke mit den Worten: "Das war dann doch ziemlich heftig. Ich dachte ernsthaft, als ich rausgehe, mich trifft der Schlag. Vor dem Treppenaufgang musste schon zeitweise abgesperrt werden. Mal abgesehen davon, dass immer mehr Leute dazukamen.“