Geburtshilfe Hebamme light
Agnes Steinbauer über den zunehmenden Zerfall des Hebammenberufes.
Steigende Haftpflichtversicherungen bedrohen die zentrale Aufgabe des Hebammenberufes. Die Geburtshilfe muss von vielen Hebammen aus Kostengründen aufgegeben werden.
Bei einem Nettolohn von 7,50 Euro arbeiten freiberufliche Hebammen ca. drei Monate im Jahr, um allein die auf 4200 Euro gestiegenen Kosten der Haftpflichtversicherung zu begleichen. Die Krankenkassen weigern sich bislang erfolgreich, dem betroffenen Berufszweig im Gegenzug mehr Geld für ihre Leistungen zu bezahlen.
Die eigentliche Geburtshilfe wird ausgespart
Deshalb verlagern viele Hebammen ihre Tätigkeit auf die Schwangerschaftsvorbereitung und die Wochenbett-Betreuung, um so der 30-jährigen Haftungspflicht für geburtliche Behandlungsfehler und dem Abschluss der Haftpflichtversicherung zu entgehen.
Noch härterer Kampf um Hebammen
Hausgeburten und Entbindungen werden möglicherweise zur Seltenheit. (Stock.XCHNG / Elliott McFadden)
Die Folge für werdende Mütter ist ein geringeres Alternativangebot zur klinischen Entbindung. Das in manchen Gebieten ohnehin dünne Angebot an Hebammen erfährt dadurch eine noch stärkere Beschneidung. Als Folge verkommen Hausgeburten und Entbindungen in Geburtshäusern zur Rarität.