Samstag, 18. Mai 2013

Natur /

Gerichtsmedizin Obduktion am Computer  

Sven Kästner über die Vorteile der Autopsie am Rechner

Blick in einen Obduktionssaal.
Blick in einen Obduktionssaal. (picture alliance / dpa)

Bei der virtuellen Autopsie werden Leichen mithilfe der Computertomographie obduziert. Die klassische Autopsie kann im Anschluss wesentlich zielorientierter durchgeführt werden.

Es ist eine Standardszene in vielen Krimis: Gerichtsmediziner beugen sich fragenden Blickes über eine Leiche und beginnen mit der Obduktion, um die Todesursache zu ergründen. Doch in einigen deutschen Einrichtungen wird die klassische Autopsie nun durch die virtuelle ergänzt. Zum Beispiel am Institut für Rechtsmedizin der Berliner Charité. Es ist eines der wenigen Institute in Deutschland, die seit einigen Monaten Leichen am Computer obduzieren.

Schneller als mit dem Skalpell

Virtuelle Autopsie, kurz Virtopsie, nennt sich das Verfahren, das die Vorteile der Computertomographie nutzt. Allerdings kann für die Untersuchung eine viel stärkere Strahlendosis als bei lebenden Patienten eingesetzt werden, was zu deutlich genaueren Bildern führt. Auf diese Weise sollen Spuren von Verletzungen besser zu erkennen sein, und die Untersuchung geht schneller, als mit dem Skalpell.



Mehr zum Thema bei DRadio Wissen:

Photogrammetrie - Digitale Dinospuren
Digital fotografierte Stereoaufnahmen werden am Computer zu einem großen, dreidimensionalen Bild zusammengesetzt.
(Medien vom 24.11.2011)

Pathologie - Die Anwälte der Toten
Maximilian Schönherr gibt einen Einblick in modernste forensische Methoden und berichtet von dort, wo die Leichen geöffnet und in sie hineingesehen wird.
(Natur vom 05.03.2010)

 

Weitere Informationen:

Leichenöffnung ohne Skalpell und Blut
(br.de vom 16.05.2012)

Revolution im Seziersaal
(fr-online.de vom 08.02.2012)

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