Gerichtsmedizin Obduktion am Computer
Sven Kästner über die Vorteile der Autopsie am Rechner
Bei der virtuellen Autopsie werden Leichen mithilfe der Computertomographie obduziert. Die klassische Autopsie kann im Anschluss wesentlich zielorientierter durchgeführt werden.
Es ist eine Standardszene in vielen Krimis: Gerichtsmediziner beugen sich fragenden Blickes über eine Leiche und beginnen mit der Obduktion, um die Todesursache zu ergründen. Doch in einigen deutschen Einrichtungen wird die klassische Autopsie nun durch die virtuelle ergänzt. Zum Beispiel am Institut für Rechtsmedizin der Berliner Charité. Es ist eines der wenigen Institute in Deutschland, die seit einigen Monaten Leichen am Computer obduzieren.
Schneller als mit dem Skalpell
Virtuelle Autopsie, kurz Virtopsie, nennt sich das Verfahren, das die Vorteile der Computertomographie nutzt. Allerdings kann für die Untersuchung eine viel stärkere Strahlendosis als bei lebenden Patienten eingesetzt werden, was zu deutlich genaueren Bildern führt. Auf diese Weise sollen Spuren von Verletzungen besser zu erkennen sein, und die Untersuchung geht schneller, als mit dem Skalpell.