Gesellschaft Integrationskurs für Jesiden
Uschi Götz über Integrationsbemühungen in Pforzheim
Sie sind eine religiöse Minderheit und kommen aus dem Irak, Syrien oder dem Kaukasus: die Jesiden.
Die Stadt Pforzheim liegt am Rande des Schwarzwalds in Baden-Württemberg. Dort führt man seit ein paar Jahren ein Integrationsprojekt der besonderen Art durch: Die knapp 2000 zugewanderten Menschen aus der Religionsgemeinschaft der Jesiden sollen integriert werden.
Nicht-muslimische Kurden
Diese ethnische Gruppe hatte ihre Heimat vor allem im Irak, Syrien und im Kaukasus. Ihr Glaube schweißt die Gruppe zusammen. Jesiden sind Kurden, aber keine Muslime. Sie haben eine eigene monotheistische Religion und heiraten innerhalb der Glaubensgemeinschaft.
Versuche der Integration
Seit 2007 sind viele Jesiden aus dem Nordirak geflohen, ein großer Teil davon nach Baden-Württemberg. Die Verwandtschaft zieht nach, und in Pforzheim weiß man nicht recht, wie die Integration gelingen soll. Einen Dolmetscher zu bezahlen und auf die Erfüllung der Schulpflicht zu pochen, reicht jedenfalls nicht.
Lesen, schreiben, Förderunterricht
Viele der Erwachsenen können nicht lesen und schreiben, fast alle Bildungseinrichtungen bieten deshalb Alphabetisierungskurse an. In der Pforzheimer Grundschule bekommen die Kinder Sprachförderunterricht. Dabei lernen auch die Lehrer viel über die Kultur der Jesiden. Weil das geschriebene Wort nicht viel zählt, muss etwa eine Dolmetscherin alle Eltern persönlich anrufen, um sie zum Elternabend einzuladen.