Donnerstag, 20. Juni 2013

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Gesellschaft Status: Nachhaltig?  

Über den schwierigen Weg zur echten Nachhaltigkeit

Zwei Hände halten einen Globus, man sieht Süd- und Nordamerika, den Atlantik und einen Teil Afrikas
Nachhaltigkeit bedeutet Erhaltung. (charamelody | Flickr | CC BY-NC 2.0)

Von Öko-Heuchelei und falschen Statussymbolen: Warum wir immer noch nicht nachhaltig leben - und wie man das ändern könnte.

Bio-Limo trinken, fair gehandelte Produkte kaufen, aber mit dem Auto zum Markt fahren und in den Urlaub fliegen: Die Öko-Lüge leben viele - das meint auch Volkswirt Niko Paech. Er argumentiert gegen eine ständig weiterwachsende Wirtschaft und gegen falsche Nachhaltigkeitssymbole.

Nachhaltigkeit kann auch mit wirtschaftlichem Wachstum einher gehen, sagt dagegen Wirtschaftsexpertin Claudia Kemfert: "Mit Stillstand kommen wir nicht weiter." Und Nachhaltigkeitsforscher Ortwin Renn schlägt vor, Statussymbole so zu gestalten, dass sie tatsächlich nicht nur gut für das eigene Ansehen, sondern auch gut für die Umwelt sind.

 

Grünes Wachstum gibt es nicht
Volkswirt Niko Paech meint, dass die ökologische Wende am besten ohne Wachstum zu schaffen sei

Sonnenblume im TankUm den Nutzen von Biokraftstoff gibt es viele Debatten. (picture alliance / dpa)Mit Windkraftanlagen und Überlandleitungen die Landschaft verschandeln, um sauberen Strom zu erzeugen, damit wir noch mehr elektrische Geräte betreiben können? Völlig absurd, meint Niko Paech. Strom sparen ist die Lösung für die Zukunft - reparieren statt neu kaufen, weniger produzieren und gemeinschaftlich nutzen. Das sei echte Nachhaltigkeit.

 

 

Wachstum und Nachhaltigkeit sind vereinbar
Claudia Kemfert, Professorin an der Hertie School of Governance, erklärt, dass wirtschaftliches Wachstum nachhaltig sein kann

Die Sonne scheint über den 110 Meter hohen Windrädern des 14 Kilometer vor der dänischen Küste bei Blavandshuk gelegenen Offshore-Windparks.Offshore-Windpark vor der dänischen Küste. (AP)"Wachstum ist Bewegung - mit Stillstand kommen wir nicht weiter", sagt Wirtschaftsforscherin Claudia Kemfert. Sie verrät uns Möglichkeiten, wie sich Wachstum und Nachhaltigkeit vereinbaren lassen, ohne dass wir unseren Lebensstil radikal verändern müssen. Eine Möglichkeit für ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum bieten ihr zufolge neue Technologien in der Umweltbranche.

 

 

Neue Statussymbole braucht das Land
Soziologie-Professor Ortwin Renn plädiert für nachhaltige Statussymbole

Neben dem Logo von Apple klebt ein Bio-SiegelWie vertragen sich ökologisches Bewusstsein und Konsumhaltung? (picture alliance / dpa)Mein Haus, mein Auto, mein Handy: Unsere Konsumhaltung schafft immer neue Produkte, diese herzustellen verbraucht Energie und das schadet der Umwelt. Der Nachhaltigkeitswissenschaftler Ortwin Renn meint, Nachhaltigkeit beginnt da, wo wir Statussymbole wählen, die nicht nur unserem Ego schmeicheln, sondern auch die Umwelt schonen.

 

 

 



Mehr bei DRadio Wissen:

Gutes tun und Geld verdienen
Lu Yen Roloff zeigt, dass das Konzept des sozialen Unternehmertums auch in Deutschland an Fahrt gewinnt.
(Meine Zukunft vom 31.07.2012)

Rio+20: Wir beuten aus
Die Menschheit wird diesen Planeten zerstören - und zwar nachhaltig.
(Agenda vom 20.6.2012)

Postfossil leben
Transition soll die Antwort auf die Frage liefern, wie wir nachhaltiger leben können. Das bedeutet unter anderem: Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter.
(Meine Zukunft vom 01.12.2011)

Der Kick des Verzichts
Ich will weniger! Das ist in manchen Lebenslagen eine plausible Haltung: Mit leichtem Rucksack geht es schneller auf den Berg.
(Agenda vom 12.10.2011)

Mehr zum Thema:

Postwachstumsökonomie - Vortrag von Niko Paech
(VWL Goettingen, youtube.com)

 

Ein Kunststück fürs tägliche Leben
lafur Eliasson "Little Sun" in der Londoner Tate Modern
(dradio.de vom 29.07.2012)

Hilfe, die Lohas kommen!
Die scheinbar modernen, naturbewussten Städter schaden der Umwelt mehr, als ihnen lieb sein dürfte
(spiegel.de vom 14.03.2012)

Energie-Effizienz "geht natürlich nicht mit einer Erziehungsdiktatur"
Ortwin Renn im Gespräch mit Susanne Führer
(dradio.de vom 10.01.2012)

Atomausstieg schafft Arbeitsplätze
Der deutsche Atomausstieg muss die deutsche Wirtschaft nicht schwächen, sagt Claudia Kemfert
(manager-magazin.de vom 11.08.2011)

Rettet die Welt vor den Weltrettern
Niko Paech über Scharlatane, die Wasser predigen, aber Wein trinken
(sueddeutsche.de vom 07.06.2011)

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