Gesellschaft Status: Nachhaltig?
Über den schwierigen Weg zur echten Nachhaltigkeit
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- Nachhaltigkeit bedeutet Erhaltung. (charamelody | Flickr | CC BY-NC 2.0)
Von Öko-Heuchelei und falschen Statussymbolen: Warum wir immer noch nicht nachhaltig leben - und wie man das ändern könnte.
Bio-Limo trinken, fair gehandelte Produkte kaufen, aber mit dem Auto zum Markt fahren und in den Urlaub fliegen: Die Öko-Lüge leben viele - das meint auch Volkswirt Niko Paech. Er argumentiert gegen eine ständig weiterwachsende Wirtschaft und gegen falsche Nachhaltigkeitssymbole.
Nachhaltigkeit kann auch mit wirtschaftlichem Wachstum einher gehen, sagt dagegen Wirtschaftsexpertin Claudia Kemfert: "Mit Stillstand kommen wir nicht weiter." Und Nachhaltigkeitsforscher Ortwin Renn schlägt vor, Statussymbole so zu gestalten, dass sie tatsächlich nicht nur gut für das eigene Ansehen, sondern auch gut für die Umwelt sind.
Grünes Wachstum gibt es nicht
Volkswirt Niko Paech meint, dass die ökologische Wende am besten ohne Wachstum zu schaffen sei
Um den Nutzen von Biokraftstoff gibt es viele Debatten. (picture alliance / dpa)Mit Windkraftanlagen und Überlandleitungen die Landschaft verschandeln, um sauberen Strom zu erzeugen, damit wir noch mehr elektrische Geräte betreiben können? Völlig absurd, meint Niko Paech. Strom sparen ist die Lösung für die Zukunft - reparieren statt neu kaufen, weniger produzieren und gemeinschaftlich nutzen. Das sei echte Nachhaltigkeit.
Wachstum und Nachhaltigkeit sind vereinbar
Claudia Kemfert, Professorin an der Hertie School of Governance, erklärt, dass wirtschaftliches Wachstum nachhaltig sein kann
Offshore-Windpark vor der dänischen Küste. (AP)"Wachstum ist Bewegung - mit Stillstand kommen wir nicht weiter", sagt Wirtschaftsforscherin Claudia Kemfert. Sie verrät uns Möglichkeiten, wie sich Wachstum und Nachhaltigkeit vereinbaren lassen, ohne dass wir unseren Lebensstil radikal verändern müssen. Eine Möglichkeit für ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum bieten ihr zufolge neue Technologien in der Umweltbranche.
Neue Statussymbole braucht das Land
Soziologie-Professor Ortwin Renn plädiert für nachhaltige Statussymbole
Wie vertragen sich ökologisches Bewusstsein und Konsumhaltung? (picture alliance / dpa)Mein Haus, mein Auto, mein Handy: Unsere Konsumhaltung schafft immer neue Produkte, diese herzustellen verbraucht Energie und das schadet der Umwelt. Der Nachhaltigkeitswissenschaftler Ortwin Renn meint, Nachhaltigkeit beginnt da, wo wir Statussymbole wählen, die nicht nur unserem Ego schmeicheln, sondern auch die Umwelt schonen.