Glück und Unglück Die Kraft des Aberglaubens
Am Freitag dem 13. widmen wir uns einer irrationalen Disziplin.
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- Unglück oder Aberglaube? Es ist Freitag, der 13. (Flickr/ hakaider/ Creative Commons 2.0 (by-nc-sa))
Fast jeder zweite Deutsche ist abergläubisch: Vierblättrige Kleeblätter, Sternschnuppen oder schwarze Katzen sind da nur einige Beispiele. Für einige ist Aberglaube grober Unfug, für manche eine Spielerei und für andere eine todernste Sache. Doch woher kommt der Aberglaube und vor allem: Was soll das?
Es ist die Suche nach Halt, nach Orientierung und manchmal einfach nach einem Sinn – in einer komplexen Welt hat Aberglaube immer seinen Platz. Es gab ihn schon im Mittelalter und noch früher: Das Orakel in Delphi weissagte bereits im 5. Jahrhundert vor Christus. Und zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 schaute die Welt auf einen Kraken namens Paul, der angeblich den Ausgang der Spiele voraussagen konnte.
Aberglauben wird gelebt und praktiziert. Im Tagesthema zeigen wir Beispiele, fragen nach dem Ursprung und stellen die alles entscheidende Frage: Woran glaube ich?
Orakel von Delphi oder Krake Paul
Anne Allmeling zeigt, dass die Menschheit kaum aus der Vergangenheit lernt.
Orakel von Delphi: Weissagen und Hellsehen gab es schon im alten Griechenland. (AP)Der Krake Paul hatte seinen großen Auftritt während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Damit belebte er die alte Tradition des Orakels: Wer bei wichtigen Entscheidungen ratlos ist, befragt ein Orakel. Schon in der Antike waren derartige Prophezeiungen nicht die besten aller Ratgeber - aber die Menschen lernen eben nur wenig aus ihrer eigenen Geschichte.
Liebesschlösser und ausgefallene Wimpern
Julia Batist hat ein Kunstprojekt zum Aberglauben besucht.
Verliebte hängen als Zeichen ihrer Liebe gerne solche Schlösser auf. (Nadine Kämper/ Flickr/ cc by-nc-sa/ 2.0/ deed.de)Fast die Hälfte aller Deutschen bezeichnet sich selbst als abergläubisch. Anders lässt sich auch kaum erklären, warum Menschen Liebesschlösser an Brücken hängen, sich bei Sternschnuppen etwas wünschen oder schwarze Katzen meiden. Die Aberglauben-Ausstellung in Telgte im Münsterland widmet sich dem Irrationalen - Eröffnung ist natürlich am Freitag, dem 13.
Ich glaube aber!
Timo Grampes über Kraft und Inhalt des wahren Glaubens
Die schwarze Katze ist dem Abergläubischen kein gutes Ohmen. (Jan Hofmann/ Flickr/ cc by-nc-sa/ 2.0/ deed.de)
Die einen nennen es Glauben, die anderen Aberglauben. Alles eine Frage der Perspektive. Oder ist Glaube immer auch Aberglaube? Das war zumindest zu Beginn der Aufklärung eine weit verbreitete Meinung. Sicher ist: Glaube spielt in unserem Alltag eine große Rolle. Wobei uns eine Frage immer wieder umtreibt: Woran glauben wir eigentlich noch?
Glauben ist nicht wissen
Franziska Fiedler weiß, dass die Wissenschaft nicht viel vom Aberglauben hält.
Sieben Jahre Pech - nur weil der Spiegel kaputt gegangen ist? (Ian Broyles | flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Gehen Sie nie unter einer Leiter durch – sonst passiert Ihnen was Schlimmes! Ein zerbrochener Spiegel bringt sieben Jahre Pech, in einen Hundehaufen zu treten angeblich aber Glück. Alles Quatsch, sagt die Wissenschaft. Allerdings: An einem Freitag dem 13. einen Unfall zu haben, war in der Vergangenheit tatsächlich wahrscheinlicher, als an einem anderen Tag.
Talisman und gekreuzte Finger
Über die abergläubischen Polen berichtet Henryk Jarczyk.
"Fingers crossed" sagt man im Englischen und meint: Daumen drücken. (Terri Oda/ Flickr/ cc by-nc-sa/2.0/deed.de)Die Polen sind eine abergläubische Nation. Viele Polinnen etwa stellen ihre Tasche niemals auf den Boden – das Geld könnte davonlaufen. Sich an die Ecke eines Tisches hinsetzen? Um Gottes Willen, das dürfen Unverheiratete nicht tun, sonst bleiben sie ewig ledig! Auch heiraten im Monat Mai ist strengstens verboten, das bringt Pech in der Ehe. Woher diese Flut an Aberglauben in dem katholischen Land kommt, erklärt Henryk Jarczyk.