Graffiti Sprayen im Senioren-Studium
Ein Workshop in Berlin macht ältere Menschen mit Street-Art vertraut.
Graffiti sind ein Ärgernis. Jedenfalls für all die Menschen, die mit eben diesen Wandmalereien nichts anzufangen wissen - oder deren Hausfront mit einem Bild bemalt worden ist. Zumal ein Graffito nicht immer ein mehr oder weniger künstlerisch wertvolles Stück Kreativität ist: Viele Sprayer hinterlassen gerne ihr schnell geschmiertes Markenzeichen, ihr Tag.
Die Ursprünge der Graffiti-Kunst
Genau mit solchen Tags, kurzen Namenskürzeln an der Wand, hat der New Yorker Botenjunge Dimitrios im Jahr 1963 seine Sprayer-Karriere begonnen. In der ganzen Stadt hinterließ er sein Namenskürzel "Taki 183". Erst waren sie simpel und einfarbig, bald entstanden daraus mehrfarbige Schriftzüge und ganze Kunstwerke. So entstand Schritt für Schritt die moderne Graffiti-Bewegung.
Erste Graffiti gab es bereits im alten Rom
Graffiti an sich sind allerdings deutlich älter als gut 50 Jahre. Die Ägypter sind bis heute für ihre Wandmalereien berühmt und auch die alten Römer liebten es, Bilder an die Wand zu schmieren und damit ihre Staatsoberhäupter und Tyrannen zu verunglimpfen.
Sprayer von heute
Die Erben der Römer und des Botenjungen Dimitrios sind inzwischen in die Jahre gekommen, Graffiti hat die ganze 68er-Generation geprägt und "Make Love Not War" ist für sie mehr als nur ein markiger Spruch. Trotzdem sorgen Graffiti oft für Unbehagen: Viele Städte bestrafen Sprayer vehement und überlassen ihnen, wenn überhaupt, nur kleine Spray-Flächen - die "Walls of Fame". Jugendkultur auf kleinem Raum.
Doch die Jugendkultur weitet sich wieder aus, auf die ältere Generation. Tobias Feld hat für DRadio Wissen eine Gruppe graumelierter Sprayer getroffen - dort wo sonst Jugendliche ihr Revier markieren, setzen sie ihre kleinen, aber lyrischen Werke an die Fassaden.
Mehr bei DRadio Wissen:
Geheimes Sprühen - Bericht über den Graffiti-Künstler Deko 156
Weitere Informationen:
graffitinews.net zeigt jeden Tag ein neues Graffito aus Hamburg