Griot Zum Lob des Herrschers
Christine Harjes über Griot-Musik heute - und inwieweit diese die herrschenden Verhältnisse preist
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- Griots tragen in ihren Liedern die Geschichte ihres Volkes weiter (flickr/Melody Nelson */CC BY-NC-SA 2.0)
Die Griots sind die Troubadoure West-Afrikas: Sie singen von den Geschichten ihres Volks.
Wer in Guinea, Mali oder im Senegal etwas über die Vergangenheit einer Region erfahren will, der sollte nicht lange in Bibliotheken suchen, sondern sich an einen Griot wenden. Griots – das sind die traditionellen Historiker und Märchenerzähler in Westafrika, man könnte sie auch als "afrikanischer Troubadoure" bezeichnen.
Tradition wird weiter gegeben
Mory Kanté in seinem Tonstudio (Christine Harjes )Ursprünglich lebten die Griots am Königshof. Ihre Aufgabe war es, den Herrscher in Liedern zu loben und zu preisen. Auch heute noch entscheiden sich viele junge Afrikaner, die in einer Griot-Familie groß geworden sind, für die Musik als Beruf. Und einige dieser traditionellen Griots feiern sogar international Erfolge wie etwa Mory Kanté aus Guinea, der mit seinem Song Yé Ké Yé Ké den ersten afrikanischen Millionenhit landete.
Kritik nicht im Programm
Damals wie heute sind Griots unpolitisch, sie kritisieren die Zustände in ihrer Heimat nicht. Stars wie Bassekou Kouyaté aus Mali stehen zugleich im Ruf, afrikanische Machthaber ihrer Heimat gegen Privilegien zu preisen.