Gustav Hertz "Stabile Isotope"
Vortrag des deutschen Physikers und Nobelpreisträgers Gustav Hertz
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- 29.06.1965: Gustav Hertz hält beim Treffen der Nobelpreisträger den Vortrag über "Stabile Isotope". (dpa | picture alliance | Gerhard Rauchwetter)
Der Physiker Gustav Hertz war der einzige Nobelpreisträger der DDR. Sein Leben und seine physikalische Forschungsarbeit wurden vom ersten und zweiten Weltkrieg geprägt.
Gustav Hertz war der Neffe des deutschen Physikers Heinrich Hertz. Geboren wurde er 1887 in Hamburg. Er studierte Physik in Göttingen, München und Berlin. Während des ersten Weltkriegs prüfte er, wo an der Front Gas eingesetzt werden konnte. Einmal drehte sich der Wind und Hertz wurde selbst vom Gas schwer verwundet.
Beleg der Bohrschen Atomtheorie
Nach dem Ersten Weltkrieg leitete Hertz das physikalische Institut an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Den Nobelpreis für Physik erhielt er 1925 für seine Entwicklung von Elektronenstoßversuchen, die wesentlich zum Beleg der Bohrschen Atomtheorie beitrugen. 1935 wurde ihm die Lehrerlaubnis entzogen, weil er jüdische Vorfahren hatte.
Karriere in der DDR
Nach dem Krieg wurde Hertz von der Roten Armee als einer der deutschen "Atom-Spezialisten" nach Sochumi am Schwarzen Meer gebracht. 1954 kehrte er von dort zurück und trug entscheidend zur Entwicklung der Kernphysik in der DDR bei. Er war Direktor des physikalischen Instituts an der Karl-Marx-Universität in Leipzig und Gründungsmitglied des Forschungsrats der DDR.
(Logo: Meeting of Nobel Laureates Lindau)
Isotope als Marker
In seinem Vortrag von 1965 erklärt Hertz, wie sich Isotope als Marker zur Erforschung physikalischer Prozesse einsetzen lassen. Isotope, so Hertz, sind wie Fußringe für Vögel: So wie die Flugrouten von Zugvögeln erforscht werden, indem man die Tiere mit Fußringen markiert, so lassen sich physikalische und chemische Prozesse erforschen, indem man Isotope als Marker verwendet.