Hafen Dreh- und Angelpunkt
Wie riesige Containerschiffe und der weltweite Handel den Sehnsuchtsort Hafen verändern
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- Der Hafen von heute ist kein Sehnsuchtsort mehr, sondern ein Knotenpunkt des Welthandels. (picture-alliance | dpa | Xinhua_/Landov)
Es gibt unterschiedliche Häfen: vom romantischen Fischerhafen bis zum gesicherten Marinestützpunkt. Wichtig für den Welthandel sind die Containerhäfen. Die Schiffe, die dort anlegen, werden immer riesiger. Und mit ihnen verändern sich die Ansprüche an die alten Handelshäfen.
Containerschiffe transportieren 90 Prozent der weltweit gehandelten Waren. Damit sie das auch in Zukunft bewältigen können, werden die Schiffe immer größer. Das stellt die Häfen vor neue Herausforderungen: Riesige Containerschiffe brauchen eine größere Wassertiefe. Der einzige Tiefseewasserhafen in Deutschland ist der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.
Massenabfertigung statt Sehnsuchtsort
Kritiker des Jade-Weser-Port trauern um den verlorenen Sandstrand und ärgern sich, dass sich das Großprojekt nur wenig positiv auf die hohe Arbeitslosigkeit in Wilhelmshaven auswirkt. DRadio Wissen blickt auf Häfen in aller Welt und fragt, wie der Sehnsuchtsort Hafen zum Massenabfertigungsort im Welthandel geworden ist.
Handel mit Tiefgang
Grit Eggerichs über die Hoffnungen, die mit dem Jade-Weser-Port einhergehen
Arbeiten an den Containerbrücken im Jade-Weser-Port. (picture-alliance | dpa | Carmen Jaspersen)Vier Jahre wurde in Wilhelmshaven gebaut, Sand aufgeschüttet, Beton gegossen. Am 21. September wird der Jade-Weser-Port - einziger tideunabhängiger Containerterminal Deutschlands - eröffnet. Die größten Frachtschiffe der Welt können den Hafen anlaufen - ein Wettbewerbsvorteil gegenüber den Häfen in Bremen und Hamburg. Ob das dem strukturschwachen Wilhelmshaven zu einem Aufschwung verhilft, bleibt offen.
Zu groß für manche Häfen
Der Rostocker Schiffbauprofessor Robert Bronsart über Trends der Branche
Knapp 300 Meter lang ist die Hoechst Express. (flickr.com | Konabish ~ Greg Bishop CC BY-NC-SA 2.0)Einige Containerfrachtschiffe können nur noch europäische und asiatische Häfen ansteuern, für den Rest der Welt sind sie zu groß. Im Vergleich zum LKW kann ein Schiff große Massen mit minimalem Energieaufwand transportieren. Leider aber noch immer – zumindest auf hoher See – mit umweltschädlichen Schweröl als Treibstoff.
Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 24.08.2012.
Von Hafen zu Hafen
Horst Knigge ist autorisierter Kapitän auf großer Fahrt und hat in seinem Leben viele Häfen gesehen
Ein Mann, ein Schiff, das ist der Kapitän. (Rerun van Pelt | Flickr | cc-by-sa-2.0)"Häfen sind für einen Seemann zwei Punkte. Die Linie zwischen diesen zwei Punkten ist der Kurs", sagt Horst Knigge, autorisierter Kapitän auf großer Fahrt. Horst Knigge war auf allen Meeren und in allen Häfen der Welt unterwegs: Singapur, New York, Durban oder Neukaledonien in der Südsee. Nach Wochen auf hoher See bedeutet der Hafen auch wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Ankerplatz Sehnsucht
Verena Herb über die letzte Zufluchtsstätte für Hafenromatiker
Jan Oltmanns (l.) ist Diakon bei der Seemannsmission Duckdalben in Hamburg. (picture-alliance | dpa | Ulrich Perrey)Matrosen, die in Hafenkneipen Lieder von Freiheit singen und über die Reeperbahn bummeln, das war einmal. Im Hamburger Hafen ist von Seefahrerromantik nicht mehr viel übrig. Heute liegen die Schiffe meist nur eine Nacht im Hafen, der Besatzung bleibt keine Zeit zum großen Amüsement. Voller als die Hafenkneipen ist die Seemannsmission Duckdalben - sie ist so etwas wie das Wohnzimmer der Seemänner.
Von der Hanse zur Hafen City
Der Technikhistoriker Dirk Peters erzählt, wann Häfen ihren ursprünglichen Charme verloren haben
Hafenarbeiter in Hamburg um die Jahrhundertwende. (Heinrich Hamann | Wikimedia Commons | gemeinfrei)Fischgestank, dunkle Ecken, Prostituierte und raue Sprüche - es mag eine Zeit gegeben haben, in der das für große Häfen stand. Heute sind die Häfen sauber geworden. In der Hamburger Hafen City entstehen moderne Industriebauten, die Mieten sind unbezahlbar, Touristen schieben sich die Straßen lang. Der Historiker Dirk Peters erklärt, wie das früher war.
Rohstoffe raus, Fertigprodukte rein
Häfen in Afrika sind ein boomendes Geschäft, sagt der Bauingenieur Klaus Ammermann
Tanger Med - der neue Containerhafen in Tanger gilt als marokkanisches Prestigeprojekt. (picture-alliance | dpa | Bodo Marks)Auch in den Häfen in Afrika steigt der Warenumschlag, Hafenbau gilt in Afrika als boomende Branche. Hinzu kommt, dass die Häfen ein wichtiger Arbeitgeber in vielen afrikanischen Ländern sind. In Westafrika versorgen wenige Häfen viele Länder, die keinen Zugang zum Meer haben. Aus diesen Ländern wiederum stammen die Rohstoffe, die von Schiffen in alle Welt exportiert werden.