Samstag, 18. Mai 2013

Natur /

Hirnforschung Hirn 3D  

Christiane Wirtz stellt das Lebenswerk der Hirnforscherin Katrin Amunts vor.

Eine Leuchtreklame in Form eines Kopfes, bei dem das Gehirn farblich hervorgehoben ist.
Gehirn Leuchtröhre (dierk schaefer/flickr.com/CC BY 2.0)

Seit 20 Jahren forscht Katrin Amunts an einer Verbesserung der über hundert Jahre alten Hirnkarte von Korbinian Brodmann.

Die Hirnforscherin Katrin Amunts benötigt wahrscheinlich nur noch wenige Jahre, um ihr Lebenswerk zu vollenden. Seit zwanzig Jahren arbeitet sie an einem dreidimensionalen Hirnmodell, das die über hundert Jahre alte Hirnkarte von Korbinian Brodmann ablösen soll. Sie versucht Hirnareale und Faserbahnen zu identifizieren und zu benennen. Ein ähnliches Projekt betreibt der Hirnforscher van Wedeen in den USA. Im Gegensatz zu van Wedeen arbeitet Amunts allerdings mit den Hirnen von Körperspendern.

Knäuel von Faserbahnen

Sie werden in hauchdünne Scheiben geschnitten – in bis zu achttausend Scheiben – zwischen zwei Glasplättchen gespannt, unter ein Mikroskop gelegt und digitalisiert. Das vorläufige Ergebnis der Forschungen von Amunts bestätigt: Man kann sich das Hirn wie ein einziges Knäuel von Faserbahnen vorstellen, verschiedene Areale sind für verschiedene Funktionen zuständig. Während Brodmann etwa 50 definierte, geht Amunts von 150 bis 200 Arealen aus.



Mehr bei DRadio Wissen:

Scans für das Seelenheil
Der Kernspintomograph ist inzwischen fast zur Allzweckwaffe der Hirnforscher geworden.
(Natur vom 23.04.2012)


Mehr zum Thema:

Brodmann-Areal
(Wikipedia)

Brain Mapping – Zytoarchitektonische Wahrscheinlichkeitskarten

Gehirn ist überraschend einfach gestrickt
(Artikel auf spiegel.de, 29.03.2012)

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