Mittwoch, 22. Mai 2013

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Hiroshima Gedenken an die Toten  

Vor dem Mahnmal "Atombombenkuppel" beten Japaner für den Weltfrieden.
Der Friedensdenkmal in Hiroshima beten Japaner für Weltfrieden. (AP)

Im August 1945 explodierten in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben. Mehr als 200.000 Menschen starben infolge dieses Angriffs der US-Amerikaner, der den 2. Weltkrieg endgültig beendete.

Jedes Jahr im August gedenken die Japaner der Opfer der Atombomben, die auf Befehl von US-Präsident Harry S. Truman am 6. und 9. August 1945 über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Die Bombe, die Wissenschaftler vor 65 Jahren noch als herausragende Erfindung gepriesen hatten, gilt heute - zumindest in den meisten demokratischen Staaten - als gefährliche Massenvernichtungswaffe.

Nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima warten Opfer auf 1. Hilfe (AP) Nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima warten Opfer auf 1. Hilfe (AP) (AP)

Den Zugang zu Kernwaffen regelt darum seit 1970 der Atomwaffensperrvertrag. Während des 2. Weltkriegs kam die Entwicklung der Atombombe zunächst nur zögernd voran. Erst 1941 traf der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Entscheidung, eine solche Bombe als Druckmittel gegen die Deutschen entwickeln zu lassen.

Japan und das Deutsche Reich im 2. Weltkrieg

Bereits einige Jahre vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs im September 1939 hatte Japan sich vermehrt um ein Bündnis mit dem Deutschen Reich bemüht. Hintergrund waren hegemoniale Ansprüche der Japaner in Ostasien: Die Kolonialherren sollten vertrieben und die Länder Ostasiens unter die eigene Führung gebracht werden. Von dem 1936 mit dem Deutschen Reich geschlossenen Antikominternpakt, in dem man sich auf die Bekämpfung der "kommunistischen Internationale" verständigte, erhoffte Japan sich ein schnelleres Erreichen seiner Vorherrschaft in Ostasien.

Der 2. Weltkrieg endet im Pazifik

Nach dem Abwurf der Atombombe glich Hiroshima einer Wüste (AP) Nach dem Abwurf der Atombombe glich Hiroshima einer Wüste (AP)

Am 7. September 1941 löste der japanische Angriff auf den US-amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor den 2. Weltkrieg im Pazifik aus. Erst der Abwurf der Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August besiegelte schließlich das Ende des Kriegs. Die japanische Regierung kapitulierte am 2. September 1945 – ein knappes halbes Jahr nach der Kapitulation der Deutschen. Tausende Japaner leiden jedoch bis heute unter den Langzeitwirkungen der Bomben, die mit Plutonium oder Uran gefüllt waren und bei der Explosion eine Hitzewelle erzeugten, die rund 6000 Grad heiß war. 10.000 Menschen verglühten sofort; 75.000 weitere starben in der anschließenden Hitze- und Druckwelle.

Die Hölle auf Erden

Einer der die Bombe überlebte, ist Hideto Sotobayashi. 1945 war er 16 Jahre alt; seit 50 Jahren lebt der mittlerweile 80-Jährige in Deutschland. Was der emeritierte Chemie-Professor damals erlebte, beschreibt er als "Hölle". Michiko Yamaoka, die den Abwurf mit schweren Verbrennungen überstand, sagt: "Alle Häuser waren zerstört, wir wussten überhaupt nicht was passiert war. Wie die Menschen gestöhnt haben, wie sie auf der Straße starben, wie die Menschen mit den Verbrennungen aussahen, die völlig still waren. Oder die Kinder, die sich an übrig gebliebenen Metallpfeilern festhielten und riefen: `Bitte, hilf mir!´ Lange Zeit wollte ich darüber gar nicht reden, ich konnte diesen Kindern nicht helfen. Es war schrecklich."

Erinnerung an die Atombombe

Ein Laternenmarsch zu Ehren der Opfer von Hiroshima (AP) Ein Laternenmarsch zu Ehren der Opfer von Hiroshima (AP)

Sotobayashi hat sich in Deutschland für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer der Atombomben eingesetzt. Am 25. Juli wurde es eingeweiht – vor der Truman-Villa am Griebnitzsee in Potsdam. Hier residierte Harry S. Truman, Nachfolger von Präsident Roosevelt, während der Potsdamer-Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945. Und von hier aus gab er vermutlich am 25. Juli 1945 den Befehl, die Atombomben auf Japan fallen zu lassen.

Mit dem Mahnmal soll die Erinnerung an die Opfer aufrecht erhalten werden, die nicht nur hierzulande, sondern auch in Japan allmählich verblasst. Für Sotobayashi war das ein Grund mehr dafür,  bei der Gründung der Gedenkstätte dabei zu sein und über seine Erfahrungen zu sprechen.

Leonard Ameln hat sich mit ihm getroffen.

Mehr bei DRadio Wissen:

Abrüstungsvertrag - Von großen Schritten und kleinen Würfen Beitrag vom 29.3. 2010

Abrüstung - Eine Welt ohne Atombombe? Beitrag vom 4.3.2010

Mehr zum Thema:

Warum wurde der Krieg im Pazifik mit der Atombombe beendet? - Interview mit Florian Coulmas, Direktor Deutsches Institut für Japanstudien auf dradio.de

Japan als Verbündeter des Deutschen Reichs im 2. Weltkrieg - Deutsches Historisches Museum

Hiroshima: Eine Chronik - bpb.de

Gedenken in Japan - bpb.de (5.8.2010)

Wie die Entscheidung fiel, die Bombe zu bauen - Originaldokumente aus der Harry S. Truman Bibliothek

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