Homöopathie Die Kraft der Kügelchen
Was die Alternativmedizin wirklich bewirkt, wie die Idee der Homöopathie entstanden ist und welche wirtschaftliche Bedeutung die Behandlungsmethode heute hat.
Winzig kleine Kügelchen sorgen für Streit in Berlin: Die Politiker aller Parteien sind sich uneinig, ob homöopathische Behandlungen in Zukunft von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden sollen oder nicht. Während Gesundheitsminister Philipp Rösler die Behandlung mit Globuli - den winzig kleinen homöopathischen Kügelchen - befürwortet, sprechen sich Gesundheitsexperten aus CDU und SPD gegen eine Finanzierung der alternativen Medizin durch die Kassen aus. Denn der medizinische Nutzen der Homöopathie ist umstritten.
Homöopathie setzt auf Verdünnung (AP)
Homöopathie - ein Hauch von Nichts
Homöopathen verwenden Mittel, die möglichst ähnliche Symptome hervorrufen, wie die der zu behandelnden Krankheit. Die Medikamente verstärken die Krankheitssymptome also in gewisser Weise, weshalb Homöopathie im Griechischen auch "ähnliches Leid" bedeutet.
Die Homöopathie beruht auf dem Prinzip der Verdünnung. Die Medizin wird mit Wasser, Alkohol oder Milchzucker gestreckt. Durch das Verdünnen soll die positive Wirkung des Mittels bestehen bleiben, die negativen Nebenwirkungen hingegen verringert werden.
Viele Wissenschaftler kritisieren die Homöopathie als unwirksam und als Irrlehre. Unter Prominenten finden sich trotzdem viele Verfechter dieser alternativen Behandlungsmethode.
Was ist Homöopathie und wie wirksam ist dies wirklich? - DRadio Wissen spricht mit dem Wissenschaftsjournalisten Volkhard Wildermuth.
Homöopatische Mittel bleiben Nischenprodukte. (AP)
Kein Mittelchen für das Wirtschaftswachstum
Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts im vergangenen Jahr haben über die Hälfte der Deutschen bereits homöopathische Mittel ausprobiert. Der Umsatz mit homöopathischen Arzneimitteln liegt weltweit allerdings nur bei geschätzten zwei Milliarden Euro. Das ist nicht einmal ein Prozent des gesamten Arzneimittelmarktes.
DRadio Wissen spricht mit Gesundheitsökonom Gerd Glaeske von der Uni Bremen über Homöopathie als Wirtschaftsfaktor.
Der Begründer der Homöopathie Christian Friedrich Samuel Hahnemann (rechtefrei)
Geist der Globuli - eine Kulturgeschichte der Homöopathie
Vor 200 Jahren veröffentlichte Samuel Hahnemann das erste grundlegende Werk der Homöopathie. Er war überzeugt davon, dass viele Patienten besser dran seien, wenn sie erst gar nicht zum klassischen Arzt gehen - und zu der damaligen Zeit hatte er damit vielleicht gar nicht mal Unrecht. Infektionen durch nicht sterile Behandlungsmethoden und Vergiftungen durch Medikamente waren damals keine Seltenheit.
Hahnemann machte sich deswegen auf die Suche nach alternativen Heilmitteln. Dabei experimentierte er mit teilweise giftigen Substanzen, die er jedoch so sehr verdünnte, dass sie kaum Schaden verursachen konnten. Die Grundprinzipien der Homöopathie sind bis heute gleich geblieben.
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