Hotzenplotz Der liebenswerteste Schurke der Welt
Der Mann mit den sieben Messern wird 50 Jahre alt. Wir gratulieren - mit einem radiophonen Salut aus der Pfefferpistole.
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- 'Her mit dem Ding da!' - mit diesen Worten betrat vor 50 Jahren der Räuber Hotzenplotz die Kinderzimmer. Und er hat sie bis heute nicht wieder verlassen. (Illustrationen von F.J. Tripp und Mathias Weber (Thienemann Verlag))
Entführung, Diebstahl, Raub und räuberische Erpressung - abgesehen von Mord und Totschlag, gibt es nichts, was der Räuber Hotzenplotz nicht machen würde. Er hält viel auf sich und seine Berufsehre und er nimmt seinen Beruf sehr ernst: Jeden Morgen steht er um sechs Uhr auf, um halb sieben verlässt er seine Räuberhöhle - nur geht er eben nicht ins Büro, sondern versteckt sich hinter Hecken und Büschen und überfällt andere Leute. Seit 50 Jahren geht das nun schon so.
Das Tagesthema ist eine Wiederholung vom 31.07.2012.
Hier finden Sie unsere Best Of Tagesthemen 2012 in der Übersicht.
Damals, am 1. August 1962, erschien zum ersten Mal das Buch "Der Räuber Hotzenplotz" von Otfried Preußler. Der Lehrer im oberbayerischen Rosenheim hatte schon vorher eine Reihe anderer Kinderbücher geschrieben, die inzwischen allesamt Klassiker geworden sind: "Die kleine Hexe" etwa oder "Das kleine Gespenst". Den Hotzenplotz schrieb Preußler eigentlich erst nur nebenbei, quasi zur Entspannung, als er mit seinem großen düsteren Jugendbuch "Krabat" nicht weiterkam. Inzwischen ist die 64. Auflage der Räubergeschichte auf dem Markt.
(Illustrationen von F.J. Tripp und Mathias Weber (Thienemann Verlag))
Der Räuber Hotzenplotz 2012
Alles beginnt damit, dass Hotzenplotz Kasperls Großmutter die Kaffeemühle raubt. Es ist eine besondere Mühle, die beim Mahlen das Lieblingslied der Oma spielt: "Alles neu macht der Mai". Der so pedantische wie unfähige Wachtmeister Dimpflmoser versucht, den Räuber zu fangen, und auch Kasperl und Seppel wollen dem Hotzenplotz die Mühle wieder abnehmen. Dabei geraten sie in die Fänge des hinterhältigen Zauberers Petrosilius Zwackelmann.
Im Gegensatz zu dem Magier ist Hotzenplotz zwar ein rumpeliger und grober Kerl. Aber im Grunde ist er kein schlechter Mensch - ein liebenswerter Schurke eben. Wir widmen ihm schon heute unser Tagesthema. Auch wenn er eigentlich erst morgen, am 1. August, Geburtstag hat.
Kinderbuchklassiker vs. neue Werke
Silke Gründig über die alten und neuen Lieblingsbücher der Kinder von heute
""Sind Sie etwa – der Räuber Hotzenplotz?" "Der bin ich!", sagte der Mann mit den sieben Messern." (Illustrationen von F.J. Tripp und Mathias Weber (Thienemann Verlag))Der "Räuber Hotzenplotz" zählt zu den Klassikern der deutschen Kinderliteratur, aber wie kommt das Buch heute bei den Lesern an? Schließlich ist die Konkurrenz durch neue Werke groß: 2010 erschienen hierzulande rund 8.000 deutschsprachige Kinderbücher - Übersetzungen noch gar nicht eingerechnet. Silke Gründig, zuständig bei der Leipziger Stadtbibliothek für Kinderliteratur, über die Bücher, die junge Leser lieben.
Hotzenplotz: Hypothek oder Hilfe für Kinderbuchautoren
Warum Hotzenplotz am Anfang vieler Lese-Karrieren steht, erklärt Autor Tobias Bungter.
Steht Gold drauf, aber ist auch welches drin? Kasperl und Seppel in Aktion. (Illustrationen von F.J. Tripp und Mathias Weber (Thienemann Verlag))Seit 50 Jahren ist "Der Räuber Hotzenplotz" auf dem Markt, und Jahr für Jahr wird das Buch immer noch gedruckt. Von diesem Erfolg Otfried Preußlers profitieren auch weniger bekannte Autoren. Denn solche Klassiker lösen bei Kindern eine allgemeine Leselust aus, sagt der Schriftsteller Tobias Bungter. Zusätzlich veröffentlichen moderne Kinderbuchautoren auch in der digitalen Welt, in der Bücher zum Beispiel als App vertrieben werden.
Otfried Hotzenplotz klaut Oma Preußlers Pfefferpistole
Markus Dichmann sucht im Kleinhirn der DRadio Wissen-Redaktion nach den Resten von Otfried Preußlers Räuberpistole.
Wer von Hotzenplotz (links) spricht, darf von Preußler (rechts) nicht schweigen. (AP)Otfried Preußler wohnt im kleinen Dorf Heidholzen in Oberbayern, im Rübezahlweg. Ein schöner Zufall, findet der Hotzenplotz-Erfinder - schließlich hat er fast sein ganzes Leben dem Erzählen und Schreiben von märchenhaften Geschichten gewidmet. Zum 50. Geburtstag des bärtigen Räubers werfen wir einen Blick auf seinen Schöpfer und fragen: Was ist von der Räubergeschichte im Gedächtnis geblieben?
Geschäftsmodell Kinderbuch - Gespräch mit dem Verleger Klaus Willberg
Krise? Welche Krise? Verleger Klaus Willberg erklärt, warum wenige Kinder viele Kinderbücher lesen und so den Markt stabil halten.
Petrosilius Zwackelmann - der wahre Bösewicht des Buches. Hier vermutlich unterwegs zu einem Kollegen in Buxtehude. (Illustrationen von F.J. Tripp und Mathias Weber (Thienemann Verlag))Der Thienemann-Verlag legt den "Hotzenplotz" jedes Jahr neu auf: 60.000 Exemplare werden allein in Deutschland verkauft. Dabei hat sich das Leseverhalten der Kinder durch die Digitalisierung drastisch verändert. Es gibt Schichten, in denen gar nicht gelesen wird, während andere Kinder Bücher verschlingen. Der Markt für Kinder- und Jugendbücher ist deshalb relativ stabil, erklärt Verleger Klaus Thienemann.
Der Räuber Hotzenplotz 2012
Großmutter hatte - als der Räuber die Mühle stehlen wollte -"mit einem Griff ihr Smartphone in der Hand".
Hotzenplatz unterwegs - auf diesem Bild noch ohne Smartphone und GPS-Ortung. (Illustrationen von F.J. Tripp und Mathias Weber (Thienemann Verlag)) Wir haben unsere Hörer gebeten, ihre Vorschläge satz- oder abschnittweise auf Facebook und Google+ zu posten - hören Sie hier das großartige Ergebnis, zu Papier gebracht von Markus Dichmann und von uns vertont!